Filmtipp: "Die schwarzen Adler"

  • Auf Amazon Prime läuft derzeit (zumindest hier in Deutschland) kostenlos die Dokumentation "Die schwarzen Adler", die sich mit dem Leben und der Karriere dunkelhäutiger Nationalteamspieler Deutschlands beschäftigt.


    Der Bogen wird gespannt von Erwin Kostedde, ähnlich wie unser Heli Köglberger ein "Besatzungskind" und erster Schwarzer überhaupt im Nationalteam, über Gerry Asamoah, dem ersten in Afrika geborenen Teamspieler, bis zur heutigen Zeit mit Jerome Boateng, dem von der AfD ausgerichtet wurde, man wolle ihn nicht als Nachbar haben.


    Dabei werden in zahlreichen Interviews die privaten Lebenssituationen der Spieler beleuchtet, der alltägliche Rassismus, dem sie ausgesetzt waren ebenso erwähnt, wie die rassistischen Beleidigungen gezeigt, denen sie in den Stadien ausgesetzt waren und immer noch sind.

    Wir galten als 'Judenklub', heute gibt es rechte Parolen. Das können keine Fans sein, weil sie sich gar nicht mit der Geschichte der Austria befasst haben. Das hat mit dem Sport und der Austria nichts zu tun (Herbert Prohaska)

  • "Der Vorwurf, der im Raum schwebte, bezieht sich darauf, dass Funkel die Schnelligkeit von Diaby und Bailey mit deren Herkunft und Hautfarbe in Verbindung bringt – ein rassistisches Denkmuster also, egal, ob man es sagt oder denkt."


    Ist das wirklich Rassismus ? Wenn ich mir in der Leichtathletik die 100 Meter Olympiasieger und Weltmeister (teilweise sogar alle Medaillengewinner oder manchmal sogar alle Finalteilnehmer) der letzten zig Jahre anschaue, ist das ein Fakt und kein Rassismus.

  • "Der Vorwurf, der im Raum schwebte, bezieht sich darauf, dass Funkel die Schnelligkeit von Diaby und Bailey mit deren Herkunft und Hautfarbe in Verbindung bringt – ein rassistisches Denkmuster also, egal, ob man es sagt oder denkt."


    Ist das wirklich Rassismus ? Wenn ich mir in der Leichtathletik die 100 Meter Olympiasieger und Weltmeister (teilweise sogar alle Medaillengewinner oder manchmal sogar alle Finalteilnehmer) der letzten zig Jahre anschaue, ist das ein Fakt und kein Rassismus.

    Aber ist es nicht trotzdem ein bisschen armselig, in den 2 Spielern nur "die Schwarzen" zu sehen? Es hätte so viele andere Bezeichnungen gegeben, die möglich gewesen wären. Die Außenspieler, die Flügel, etc. etc. Sogar mit Namen hätte er sie nennen können.

    Wir galten als 'Judenklub', heute gibt es rechte Parolen. Das können keine Fans sein, weil sie sich gar nicht mit der Geschichte der Austria befasst haben. Das hat mit dem Sport und der Austria nichts zu tun (Herbert Prohaska)

  • Aber ist es nicht trotzdem ein bisschen armselig, in den 2 Spielern nur "die Schwarzen" zu sehen? Es hätte so viele andere Bezeichnungen gegeben, die möglich gewesen wären. Die Außenspieler, die Flügel, etc. etc. Sogar mit Namen hätte er sie nennen können.

    und wenn wir über einen Spieler sagen er sei "unsere schwarze Perle" ist das Rassismus? Ist es auch dann Rassismus wenn man sagt "unser blonder Engel"? Ich denke man kann es auch übertreiben mit der "politischen Korrektheit"!

  • und wenn wir über einen Spieler sagen er sei "unsere schwarze Perle" ist das Rassismus? Ist es auch dann Rassismus wenn man sagt "unser blonder Engel"? Ich denke man kann es auch übertreiben mit der "politischen Korrektheit"!

    Sehr gute Frage, darum geht es ja auch im Artikel. Niemand unterstellt Funkel, dass er den Gegner herabwürdigen wollte, im Gegenteil, er lobt sie ja. Ist es dann schon Rassismus? Letztlich sind aber positive Vorurteile auch Vorurteile.


    Ich lebe jetzt seit 8 Jahren in Deutschland und hatte einmal einen Arbeitskollegen, für den ich nur "der Ösi" war. Er hat das überhaupt nicht böse gemeint und wir verstanden uns auch sehr gut, aber nach einigen Wochen habe ich schon bemerkt, dass es mich nervt und ärgert, nur auf die Nationalität reduziert zu werden. Und das ist jetzt meilenweit entfernt von Diskriminierung und den Erfahrungen, die dunkelhäutige Menschen machen müssen, in denen man immer nur "den Schwarzen" sieht und nicht den Bright, Rubin, Manprit oder sonst irgendeinen Namen.

    Wir galten als 'Judenklub', heute gibt es rechte Parolen. Das können keine Fans sein, weil sie sich gar nicht mit der Geschichte der Austria befasst haben. Das hat mit dem Sport und der Austria nichts zu tun (Herbert Prohaska)

  • Sehr gute Frage, darum geht es ja auch im Artikel. Niemand unterstellt Funkel, dass er den Gegner herabwürdigen wollte, im Gegenteil, er lobt sie ja. Ist es dann schon Rassismus? Letztlich sind aber positive Vorurteile auch Vorurteile.


    Ich lebe jetzt seit 8 Jahren in Deutschland und hatte einmal einen Arbeitskollegen, für den ich nur "der Ösi" war. Er hat das überhaupt nicht böse gemeint und wir verstanden uns auch sehr gut, aber nach einigen Wochen habe ich schon bemerkt, dass es mich nervt und ärgert, nur auf die Nationalität reduziert zu werden. Und das ist jetzt meilenweit entfernt von Diskriminierung und den Erfahrungen, die dunkelhäutige Menschen machen müssen, in denen man immer nur "den Schwarzen" sieht und nicht den Bright, Rubin, Manprit oder sonst irgendeinen Namen.

    Ok. Dann sind wir mit unseren Meinungen nicht weit auseinander. Übrigens hatte ich eine ähnliche Situation, nur umgekehrt. Der Germane wurde halt von allen Piefke genannt.

  • Und wenn in einer Runde in Vorarlberg über die Wiener geschimpft wird heißt es - du bist ausgenommen oder du bist der netteste Wiener, den ich kenne. Ich denke Rassismus und Sexismus beginnen dort, wo sich ein betroffener beleidigt fühlt. Da gibt es sicher unterschiedliche Empfindungen, grundsätzlich ist es aber schon wichtig, dass mittlerweile schon genauer drauf geachtet wird. Manche Diskussionen wirken da bizarr (ist der Meinel Mohr noch zulässig?), es ist aber immens wichtig, dass verletzende Aussagen aus dem Sprachgebrauch und den Köpfen verschwinden.

  • "[...] Ich denke Rassismus und Sexismus beginnen dort, wo sich ein betroffener beleidigt fühlt. [..]"

    Bin ich nicht ganz dabei. Ich denke er beginnt dort wo jemand es beleidigend oder abwertend meint, nicht dort wo jemand beleidigt ist.


    In meiner Kindheit hat man zu einem Auto mit abnehmbarem Dach "Cabrio" gesagt hat, und zu einem Menschen mit dunkler Hautfarbe "Neger", und zu eine, Wiener mit komischem "L" einen Meidlinger. Ich auch. Das war so neutral und sachlich wie es nur ging und (zumindest von meiner Seite, für die ich sprechen kann) auch nicht beleidigend oder abwertend gemeint. Trotzdem kann es sein, dass sich ein dunkelhäutiger Mensch angegriffen gefühlt hat weil der Begriff "Nigger" halt wirklich ein Schmähwort war und sehr ähnlich klingt.

    Allgemein ist es heute schwer irgendetwas zu tun oder zu sagen ohne dass sich jemand angegriffen fühlt. Wenn ich eine Fernseh-Serie mache in der keine Homosexuellen vorkommen bin ich homophob weil ich deren Existenz leugne, wenn ich über eine farbige Person sage, dass sie gut klettern kann dann bin ich ein Rassist weil ich sie mit einem Affen gleichsetze.

    Die Tendenz in allem einen Angriff zu suchen finde ich schädlich denn man nimmt Kritik an tatsächlichen Angriffen auch nicht mehr ernst.
    Meine erste Reaktion wenn ich nun Beschwerden darüber höre was Person X böses über Gruppierung Y gesagt hat ist nun: "Da ist schon wieder wer gern ein Opfer". Und das obwohl X vielleicht tasächlich ein präpotentes Arschlloch ist, das Gruppierung Y diskriminiert.

  • Bin ich nicht ganz dabei. Ich denke er beginnt dort wo jemand es beleidigend oder abwertend meint, nicht dort wo jemand beleidigt ist.


    In meiner Kindheit hat man zu einem Auto mit abnehmbarem Dach "Cabrio" gesagt hat, und zu einem Menschen mit dunkler Hautfarbe "Neger", und zu eine, Wiener mit komischem "L" einen Meidlinger. Ich auch. Das war so neutral und sachlich wie es nur ging und (zumindest von meiner Seite, für die ich sprechen kann) auch nicht beleidigend oder abwertend gemeint. Trotzdem kann es sein, dass sich ein dunkelhäutiger Mensch angegriffen gefühlt hat weil der Begriff "Nigger" halt wirklich ein Schmähwort war und sehr ähnlich klingt.

    Allgemein ist es heute schwer irgendetwas zu tun oder zu sagen ohne dass sich jemand angegriffen fühlt. Wenn ich eine Fernseh-Serie mache in der keine Homosexuellen vorkommen bin ich homophob weil ich deren Existenz leugne, wenn ich über eine farbige Person sage, dass sie gut klettern kann dann bin ich ein Rassist weil ich sie mit einem Affen gleichsetze.

    Die Tendenz in allem einen Angriff zu suchen finde ich schädlich denn man nimmt Kritik an tatsächlichen Angriffen auch nicht mehr ernst.
    Meine erste Reaktion wenn ich nun Beschwerden darüber höre was Person X böses über Gruppierung Y gesagt hat ist nun: "Da ist schon wieder wer gern ein Opfer". Und das obwohl X vielleicht tasächlich ein präpotentes Arschlloch ist, das Gruppierung Y diskriminiert.

    Sorry - wenn du einen türkischen Freund hast und immer z.b. meinst er soll dir dein Handy reparieren, weil du es lustig meinst und er jedesmal beleidigt ist, macht es das nicht besser. Niemand will ein Opfer sein!

  • Wenn mir jemand zu verstehen gibt, dass sie/ihn etwas kränkt das ich tue und ich mach es ohne Not einfach weiterhin dann bin ich einfach gemein und rücksichtslos aber immernoch kein Rassist .

    Aus meiner Sicht ist er/sie dann Opfer einer gemeinen und rücksichtslosen Person. Aber nicht Opfer von Rassismus. Außer eben ich meine es rassistisch.


    (Seit die schwarze Community im deutschsprachigen Raum kommuniziert, dass sie nicht "Neger" genannt werden wollen weil sie das als beleidigenden ,diskriminierenden und rassistischen Begriff sehen verwende ich ihn nicht mehr.

    Man sollte respektieren wie Menschen genannt werden wollen. In der Regel bemühe ich mich nicht gemeinen und rücksichtslos zu sein.)

  • Wenn mir jemand zu verstehen gibt, dass sie/ihn etwas kränkt das ich tue und ich mach es ohne Not einfach weiterhin dann bin ich einfach gemein und rücksichtslos aber immernoch kein Rassist .

    Aus meiner Sicht ist er/sie dann Opfer einer gemeinen und rücksichtslosen Person. Aber nicht Opfer von Rassismus. Außer eben ich meine es rassistisch.


    (Seit die schwarze Community im deutschsprachigen Raum kommuniziert, dass sie nicht "Neger" genannt werden wollen weil sie das als beleidigenden ,diskriminierenden und rassistischen Begriff sehen verwende ich ihn nicht mehr.

    Man sollte respektieren wie Menschen genannt werden wollen. In der Regel bemühe ich mich nicht gemeinen und rücksichtslos zu sein.)

    Geht nicht darum ob man es rassistisch meint sondern darum, ob sich jemand mit einer Aussage die man tätigt, rassistisch beleidigt fühlen würde. Und wie es umgekehrt wäre, man an seiner stelle wäre, ob das so leiwand für einen sein würde.

    Wir leben in 2021, nimmer in den 70er,80er.....

  • Ich bin Deiner Meinung darüber, dass man seine eigenen Aussagen mit gleichem Maß messen sollte wie die anderer und sogar bezüglich des aktuellen Kalenderjahres.

    Beim Thema "ist es rassistisch sobald sich irgendwer angegriffen fühlt" halt nicht.
    Aber ich denke wir sind einer Meinung, dass das Gedankengut als solches nicht in Ordnung ist. Und das ist der weit entscheidendere und größere Punkt. Ist ja mittlerweile leider nicht mehr selbstverständlich.

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