Beiträge von Vogelkot

    Gazprom Football oder die City Football Group sind genau dasselbe. Nur weil nicht alle Dressen von denen gleich ausschauen braucht man nicht so zu tun als wäre Red Bull etwas einzigartiges (im Sinne von einzigartig böse).

    Ich habe da jetzt einmal ein bisschen Wasser die Donau runter fließen lassen vor der Rückantwort.


    Was ich gemeint habe, war folgendes:

    Man hat eigentlich eine "echte" Vertragssituation vor Augen: Zwei Parteien einigen sich. Und wenn Streit entsteht, hat man als Ultima Ratio immer noch Gerichte. Und aus diesem Grund (dem Wissen, dass man sonst verlieren und in weiterer Folge sogar exekutiert wird) werden fast alle Verträge eingehalten. Mit der Konstruktion Garantie (7 Mio) plus Aufteilung entsprechend der Beteiligung an der Marketing-GmbH wäre das für beide Seiten ein attraktives Geschäft. Wenn Insignia zB mit einem Sponsorbetrag von 10 Mio gerechnet hat, wären das 2,1 Mio für Insignia und (eben mit der Garantie letztlich) 7,9 Mio für die Austria. OK, ist nachvollziehbar. Bei noch mehr Sponsorleistung (zB 20 Mio sind es sogar 9,1 Mio für Insignia - man kann in Georgien bereits zu sabbern beginnen). Bei 0 Cent Sponsoreingang sind es allerdings 0 Cent für Insignia und 7 Mio für die Austria. Für die Austria ist diese Konstruktion tatsächlich die eierlegende Wollmilchsau: Null Risiko und "nach oben offen" (wenn auch dann nur noch um den Insignia zustehenden Löwenanteil geschmälert) im Ertrag. Das gibt es sonst nirgendwo und ist doch zu schön, um wahr zu sein.


    Meines Erachtens krankt es aber daran, dass wir es eben nicht mit einem einklagbaren Vertrag zu tun haben. Vielleicht wurde die Anrufung der Gerichte explizit ausgeschlossen. Vielleicht muss man nach Abu Dhabi gehen und dort möglicherweise wenig Chancen haben. Vielleicht muss man nach Hongkong gehen und dort möglicherweise wenig Chancen haben. Vielleicht muss man nach Georgien gehen und dort möglicherweise wenig Chancen haben. Vielleicht liegt es daran, dass es eigentlich die Marketing-GmbH wäre, die Insignia klagen müsste und klar ist, dass der Geschäftsführer Bursac dies niemals tun wird. Vielleicht sind es aber auch Formulierungen wie "Insignia wird sich bemühen, ...". Irgendetwas an dieser Übereinkunft zieht den Boden der Klagbarkeit für die Austria unter den Füßen weg. Das weiß Insignia. Ich unterstelle Herrn Sur sicher keine böswilligen finsteren Strategien. Sondern ich unterstelle, dass man es hier eben nicht mit einem wasserdichten und klagbaren Vertrag zu tun hat. Sondern mit einer Art von freiwilligem Bemühen. Daher ist die Motivation, etwas zu leisten, wenn man sich im Partner (Austria) getäuscht hat, sehr enden wollend: Bis zu einem Betrag von 7 Mio für Insignia vollends vergebene Liebesmüh' und darüber hinaus offenbar bisher nicht machbar. Hätte man eine echte Verpflichtung, wäre der interne Kalkulationsfehler das eigene Problem von Insignia. Nein, wir sind im Feld der Freiwilligkeit und gleich nach Veröffentlichung der Zusammenarbeit kamen große unangenehme Dämpfer für Insignia: Damit meine ich die Lizenzprobleme (Huch! Fast kaputt anstatt von Europa League-Anwärter?!), damit meine ich den Abgang des wichtigsten Ansprechpartners, mit dem man bisher in Kontakt war, damit meine ich eine weitere Saison ohne Europa-Bezug und damit ohne Attraktivität für internationale Sponsoren.


    Ich wollte darauf hinaus, dass, wenn man es hier mit einer Freiwilligkeit anstatt einer echten klagbaren Leistungszusage zu tun hat, ich es für menschlich nachvollziehbar halte, dass dann eben doch nichts geleistet wird. Da hat die Austria Pech gehabt. Dass davon völlig unabhängig ein Sponsoring für das Trikot geschlossen wurde, kann man gerne als Zeichen des wechselseitigen guten Willens ansehen. Das ist doch immerhin auch etwas.


    Von Krisch und auch im Stress-Szenario (Unterbleiben des mindestens 7 Mio betragenden Zahlungseingangs) wird ohne Insignia gerechnet. Also ist der Deal auch gar nicht überlebenswichtig. Ich denke, letztendlich war der große Fehler diese völlig überzogene Präsentation zu machen, wenn man außer einem "ja, wir werden uns bemühen"-Deal nichts zustande gebracht hat. Über die Motive lässt sich wieder nur philosophieren: Wollte man sanften Druck auf Insignia ausüben, wenn sie sich vor laufender Kamera zu etwas erklären? Wollte Markus Kraetschmer diesen Pimperl-Abschluss als riesiges Ding verkaufen, um ein neues Vorstandsmandat zu erhalten? Wollte man ob der düsteren Finanzlage die Bundesliga in ihrer Lizenz-Entscheidung beeinflussen nach dem Motto "Ja, noch ist alles mies aber dann wird alles besser"? Oder war es statt dieser großen Pläne einfach eine Blödheit unter der Regie vom Pressesprecher Pflug, der auch sonst keinen geraden Satz herausbringt und daher nicht wirklich wie ein Superbrain wirkt. Man weiß es nicht. Aber geschehen ist geschehen.


    Ich gehe davon aus, dass auch Insignia absolut keine Lust mehr auf die Austria hat und nach Beendigung der Mindestlaufzeit das Engagement einvernehmlich beendet wird. Und danach heißt es dann doch wieder, lieber mit den Hendln zu picken als mit den Adlern zu fliegen und lieber auf echte Verträge mit echten leider kleineren Sponsoren zu bauen als auf ein "Bemühen" um Riesensummen. Der AG-Vorstand wurde ausgetauscht. Ist in Ordnung. Der Aufsichtsrat ist offenbar nur zum Abnicken dar (erhält auch keine Vergütung, also kann man sich auch nichts von ihm erwarten). Aber was ist mit dem Verein? Warum wurden die Vereinsorgane nicht genauso radikal geändert wie der AG-Vorstand? Da geht noch was. Denn so etwas darf nicht mehr passieren.


    Ich haben fertig.

    Insignia hat sicher nicht damit gerechnet, dass die Austria sogar Lizenzprobleme haben wird, dass sie schon wieder weit weg von Europa bleiben werden (was interessiert einen nicht in Österreich ansässigen Sponsor eine Mannschaft, die nur in Österreich spielt?!) und dass in kürzester Zeit sowohl die ihnen bekannten Ansprechpartner Kraetschmer und Stöger abhanden kommen. So fair muss man schon sein. Viel Lust, zu liefern, hätte ich da auch nicht. Und wenn mir rechtlich nichts passieren kann, dann handle ich auch genauso: Ich tu wenig bis nichts. (Erklärt natürlich nicht das saublöde Verhalten, Spieler zu kontaktieren und dann keine Ahnung zu haben, wie sie finanziert werden)


    Leider unterm Strich eine weitere verlorene Saison, die vermeidbar gewesen wäre, wenn man zulasten des Vereins einen echten Investor in die AG genommen hätte und nicht geglaubt hat, die eierlegende Wollmichsau gefunden zu haben, die Geld liefert aber unsere "geliebten" Vereinsgremien in Bezug auf die AG nicht entmachtet. Einfach zu schön um wahr zu sein.

    Was mich ja neben allem anderen fassungslos macht - ich hohle mir einen strategischen Partner, der dann ab 7 Mio. 70% der Sponsorengelder erhält? Bei aller liebe, aber wenn das nicht nach Geldwäsche riecht, dann weiß ich nicht. Jetzt weiß man wenigsten auch, warum der Orti immer so allergisch im Interview reagiert. Ich möchte ja nicht hämisch sein, aber gibt es jetzt noch irgend je

    Wenn man zu 70 % an einer GmbH beteiligt ist, ist es nicht gerade ungewöhnlich dass man 70 % des Ergebnisses bekommt ;) Da ist okay.

    Und wenn Insignia so dermaßen viele Sponsoren holt, haben sie es sich auch redlich verdient.

    Bloß dass sie die Zahlungsverpflichtung aus der Garantie nicht und nicht einhalten - tja das ist die traurige Realität

    Der Kurier hat die Sponsorsumme sicher von jemandem aus dem Verein - denn öffentlich zugänglich ist diese, anders als die 7 Mio, nicht. Das kann man aber schon so sehen, dass dieses Rausrücken mit Zahlen als "wir wollen nicht mehr" zu verstehen ist, denke ich. Der Klub ist vielleicht jetzt wirklich angefressen nach der Transfer-Aktion. Damit sollte aber wohl auch feststehen dass nach Saisonende die Partnerschaft wieder enden wird.


    Und dann? Dann werden zunächst einmal die Inhaber der Optionsscheine ihre AG-Anteile erhalten (Rückzahlung wird der Klub nicht stemmen können) und zusätzlich muss jetzt ein Investor her. FK Etihad Austria? Let's go.

    Naja. Der Wirtschaftsprüfer hat in der Bilanz 31.12.2019 den Bestätigungsvermerk hinsichtlich eines großartigen Großsponsors eingeschränkt, also der Austria nicht geglaubt, dass plötzlich zehn Mio mehr da sind. Siehe da, alles in Jahr später wurde es wieder bereinigt und genau das war hauptverantwortlich für das riesige Loch zum 30.06.2020. Mehr als den Bestätigungsvermerk einschränken kann der Prüfer kaum tun. Es hat nur im Verein niemand gejuckt.


    Und die Austria hat 7 Mio von der Marketing-Gmbh garantiert bekommen. Klasse, die kann man gerne klagen. Total sinnvoll. Diese wiederum könnte ja Insignia klagen, weil es dort eine Garantie in der Kette gibt. Nur das wird der Insignia-freundliche Herr Bursac nicht machen.

    Echt traurig diese Transferphase. Zeigt ganz deutlich, in welcher Situation wir uns momentan befinden. Danke an MK aber auch an die, die jahrelang untätig zugesehen haben.

    Präsidenten sowie 1. und 2. Vizepräsidenten seit dem letzten Meistertitel:


    Wolfgang Katzian / Frank Hensel

    Rudolf Reisner / Raimund Harreither

    Brigitte Jank / Raimund Harreither / Josef Pröll / Karl Pisec

    MK hat sogar für Nachwehen gesorgt! Er hat ganze Arbeit geleistet!

    Noch einmal: Auch der Verein Austria Wien war mit diesem Deal einverstanden, nicht nur die AG in Form von MK. Bei den Obermuftis im Verein wurde überhaupt nichts geändert - den Abgang von Josef Pröll ausgenommen.


    Viele Annahmen von außen beruhten aber auch auf Missverständnissen, die über Gerüchte gestreut wurden - zB die ominöse Bankgarantie. Nein, es gab nie eine. Es gab immer nur eine Garantie, ausgestellt vom Vertragspartner Insignia selbst über die 7 Millionen, wenn sie zu wenig internationale Sponsoren bringen. Und einen Vertragspartner klagt man schon einmal ganz grundsätzlich im aufrechten Verhältnis nicht, wenn man noch mit ihm zusammenarbeiten will. Irgendwann rennt der Deal eh aus und wenn dann immer noch nicht die 7 Millionen geflossen sind, dann kann man sie gerne klagen. Außer man hat erneut (man erinnere sich an den "arabischen Sponsor") einen faktisch wertlosen Schrieb in der Hand, der nicht klagbar ist, weil zB darauf verzichtet wurde oder weil nur ein Gericht in Abu Dhabi oder sonst wo zuständig ist, wo man sich wohl als österreichischer Fußballklub gegen einen steinreichen Russen (ja eh, Georgier, eh scho wissen) wohl brausen gehen kann. Warum man für diesen, sich letzten Endes doch wieder als "schwindelig" erwiesenen Deal ganze 16 Monate gebraucht hat, erschließt sich mir allerdings nicht.


    Dass Ortlechner sich eher keine Spieler von Insignia erwartet, hat er bereits öffentlichkeitswirksam gesagt. Ob jetzt der Italo-Argentinier vom belgischen Klub noch kommt oder nicht, ändert daran nichts. Denn ein Spieler alleine ist sowieso zu wenig.


    Man kann davon ausgehen, dass uns Pentz mit Saisonende verlassen wird (außer man verkauft ihn schon im Jänner für ein bisschen Handgeld - ab 07.01. ist das Fenster für 1 Monat wieder offen), da wurde eben schon jetzt ein günstigerer Tormann nachgeholt. Ist ok, soll sein.


    Der Kader ist jetzt so, wie er eben ist. Und ja, ich stimme Luka Sur zu: Platz 2-4 ist ein realistisches Saisonziel in der Qualifikationsgruppe. Auch letztes Jahr war es bekanntlich Platz 2 und besser geworden sind wir sicher nicht.

    Als Außenstehender hat man keinen Einblick, welcher Organwalter nur für die Lachsbrötchen da ist und wer was arbeitet.

    Ein guter Hinweis ist die Gehaltsliste - nicht die der Angestellten, sondern von AG-Vorstand und der Vereinsorgane. Der AG-Aufsichtsrat bekam nichts - das steht im PWC-Prüfbericht.

    Aber die Listen werden wir nicht bekommen, weil sie uns nichts angehen.


    Da der Verein Alleineigentümer ist, wäre genau das Wissen über das Verhältnis der Bezüge der Vereinsorgane zum AG-Vorstand besonders aufschlussreich. Wenn alle Vereinsorgane sich in Lachsbrötchen bezahlen lassen (eben wie der AG-Aufsichtsrat), dann ist es einzig der Vorstand, der faktisch was zu sagen hatte - denn ohne Leistung keine Gegenleistung...

    Und warum hat die Austria es nicht geschafft, einen kleinen Klub aus der Nähe nach oben (in die zweite Liga) zu führen, diesen zB "FK Verteilerkreis United" zu nennen und ihm die Akademie zu überantworten (Salzburg-Modell) bzw mit diesem gemeinsam die Akademie zu betreiben (LASK-Modell)?

    Ich denke, die Austria hat es schon zum zweiten Mal in kurzer Zeit geschafft, einen faktisch nicht-einklagbaren Vertrag mit tollen Partnern abzuschließen.

    Ich verstehe schon dass man natürlich in aufrechter Vertragsbeziehung nicht klagt, aber Insignia hätte sicher mehr Stress, ihre Zusagen einzuhalten, wenn sie wissen, dass nach Beendigung eine Niederlage vor Gericht kommt. Also entweder es scheitert am Gerichtsstand (Georgien? Abu Dhabi?) oder es sind doch nur relativ unverbindliche Zusagen. Da sagen aber alle Insider Gegenteiliges.

    Ich stell mir das so vor: Wenn deren Kundschaft (superreiche Russen) kiloweiese in der Gucci-Boutique einkaufen und die Insignia-Karte zücken, dann kommt wenig später ein Insignia-Auto, das die Kleider abholt und den Käufern nach Hause liefert. Und wenn zuhause der Teppich einen Fleck hat, ruft man bei Insignia an und die kaufen denselben wieder nach. Und für diesen Service zahlt man eben sehr hohe Kreditkartengebühren.