Close

Arrivederci, a presto! Per sempre il mio capo di tutti i capi
Donate Now Goal amount for this month: 67 EUR, Received: 0 EUR (0%)
Donate to support this site...

Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 102
  1. #1
    Administrator Avatar von Fuzzy
    Registriert seit
    Jul 2007
    Ort
    Wien
    Alter
    36
    Beiträge
    391
    Danke
    54
    Bedankt 943 mal in 229 Beitrag
    Blog-Einträge
    1

    Die Austria, die Juden, das Vergessen

    Die Austria, die Juden, das Vergessen

    02.09.2008 | 18:30 | OLIVER GRIMM (Die Presse)

    Es hat Gründe, wieso es zwischen 1938 und 1945 keine Austria, aber einen SC Ostmark gab.

    Vorige Woche wurde ich nach einem Match der Wiener Austria bespuckt und antisemitisch beschimpft – von Austria-Fans. Ich habe mir nämlich auf mein Trikot „C. Jerusalem“ drucken lassen, eine Reverenz an Camillo Jerusalem, einen der besten Stürmer, der je das violette Jersey getragen hat. Er schoss am 13. September 1936 vor 60.000 Zuschauern das Siegtor im Mitropa-Cupfinale gegen Sparta Prag. Auf dem Weg ins Finale hatte er sechsmal getroffen. Dieser Bewerb war die Champions League der 30er Jahre. Nie wieder haben die „Veilchen“ einen so bedeutsamen Titel gewonnen.

    Es tut bei der unschönen Episode, aus der mich befreit zu haben ich Martin Schwarzlantner, dem Austria-Fanbetreuer, danken möchte, nichts zur Sache, dass ich ein katholisch erzogener Agnostiker bin und der Erdberger „Karli“ Jerusalem wohl nie einen Tempel von innen gesehen hat. Was mich (neben der Feststellung, dass die Antisemiten wohl nie aussterben) so betrübt, ist die Unkenntnis vieler junger Austrianer über die Geschichte ihres Vereins. Es hat bekanntlich Gründe, wieso es zwischen 1938 und 1945 keine Austria, aber einen SC Ostmark gab. Norbert Lopper, nach ‘45 Vereinssekretär und 1953 Gründer des ersten Fanklubs, dem auch Friedrich Torberg angehörte, hat mit Glück das KZ überlebt, wie er im Juni bei einer Veranstaltung des Fan-Magazins „Ballesterer“ im Wien Museum schüchtern erwähnte. Ganz zu schweigen von Emanuel Schwarz, dem größten Präsidenten, den der Verein je hatte. Seine chirurgischen Künste retteten dem jungen Matthias Sindelar die Sportlerkarriere. Auch Schwarz entkam nur mit Glück dem Holocaust, worüber man sich bis 26. September in einer Ausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv (Gasometer D, Simmering) informieren kann.

    Und als echter Austrianer muss.


    oliver.grimm@diepresse.com

    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2008 )
    Die Ausstellung: http://www.wien.gv.at/vtx/rk?SEITE=020080904005
    Man wird Sir Parits mal ein Denkmal bauen und womit? Mit Recht!.
    Im Gegensatz zu Liebe kann man Respekt nicht kaufen! Zitat: Homer J. Simpson!

    derstandard.at: Rapid bemühte sich, entwickelte aber die Gefährlichkeit eines taubblinden Goldhamsters mit Hüftprothesen.
    RedBulldosenfan nach dem ausscheiden gegen Düdelingen:
    Profis gegen Armateure - das sagt gar nix! Die Titanic haben Profis gebaut, die Arche ein Armateur!

  2. #2
    Senior Member Avatar von Geri4
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    566
    Danke
    887
    Bedankt 396 mal in 164 Beitrag
    Blog-Einträge
    1
    tja, an haufen Trotteln gibt's auf der Welt, und ich bin überzeugt dass die West hierbei den durchschnitt klar übertrifft
    Auszug aus de.wikipedia (Wiener Derby): "während es sich bei der Austria um einen „bürgerlichen“ Verein handelte, der bei seiner Gründung sogar einen Intelligenzparagraphen hatte ..."

  3. #3
    Administrator Avatar von Fuzzy
    Registriert seit
    Jul 2007
    Ort
    Wien
    Alter
    36
    Beiträge
    391
    Danke
    54
    Bedankt 943 mal in 229 Beitrag
    Blog-Einträge
    1
    häää? welchen durchschnitt? Der der Trottel auf der Welt!?
    Man wird Sir Parits mal ein Denkmal bauen und womit? Mit Recht!.
    Im Gegensatz zu Liebe kann man Respekt nicht kaufen! Zitat: Homer J. Simpson!

    derstandard.at: Rapid bemühte sich, entwickelte aber die Gefährlichkeit eines taubblinden Goldhamsters mit Hüftprothesen.
    RedBulldosenfan nach dem ausscheiden gegen Düdelingen:
    Profis gegen Armateure - das sagt gar nix! Die Titanic haben Profis gebaut, die Arche ein Armateur!

  4. #4
    Senior Member Avatar von bergi
    Registriert seit
    Mar 2007
    Alter
    35
    Beiträge
    678
    Danke
    1,088
    Bedankt 742 mal in 301 Beitrag
    Geri, da steht nicht, dass derjenige auf der West war...aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.

  5. #5
    Senior Member Avatar von Geri4
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    566
    Danke
    887
    Bedankt 396 mal in 164 Beitrag
    Blog-Einträge
    1
    ist schon klar, dass nichts von jemanden von der West steht(kann ja auch jemand gewesen sein, der seine 3x im Jahr sich sonstwo im Stadion befindet) - jedoch steht die West bei der Austria vor allem für die Fankultur, und hierbei begeben wir uns immer mehr und mehr auf tiefstem Niveau, u.a. gab es bei einem der letzten Spiele gegenüber einem dunkelhäutigen Gegenspieler die für manch ach so witzigen Urwaldlaute (nein, und hierbei mein ich natürlich weder Rubin noch Momo)

    und mit dem klar über dem durchschnitt ist gemeint, dass sich unsere Fankurve über dem Schnitt an Dummheit gegenüber der Welt da draußen bewegt
    Auszug aus de.wikipedia (Wiener Derby): "während es sich bei der Austria um einen „bürgerlichen“ Verein handelte, der bei seiner Gründung sogar einen Intelligenzparagraphen hatte ..."

  6. #6
    Administrator Avatar von Fizz
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    5,617
    Danke
    5,442
    Bedankt 8,162 mal in 3,005 Beitrag
    Zitat Zitat von 'Geri4',index.php?page=Thread&postID=42827#post428 27
    und mit dem klar über dem durchschnitt ist gemeint, dass sich unsere Fankurve über dem Schnitt an Dummheit gegenüber der Welt da draußen bewegt
    Ich möcht nur kurz anmerken, dass ich diese Aussage als unglaubliche Frechheit empfind!

  7. #7
    Senior Member Avatar von bergi
    Registriert seit
    Mar 2007
    Alter
    35
    Beiträge
    678
    Danke
    1,088
    Bedankt 742 mal in 301 Beitrag
    Naja, was aber auch daran liegt, dass Fans, die schon jahrelang auf die Tribüne gehen, Familie bekommen oder dergleichen und die jungen Fans aber auf der Strecke bleiben und sie niemand auf ihren Weg im Stadion begleitet. Mir persönlich ist die Jugendförderung was das Fanleben betrifft auf der West sehr sehr wichtig, aber ich merke selbst auch schon, je älter man wird, umso schwieriger kommt man an die Jungen heran. Oftmals erzählst ihnen Dinge und sie hören dir nicht mal zu. Oftmals vermisse ich auch den Respekt, den ein junger Fan einem älteren entgegen bringen MUSS.

    Was der Tribüne fehtl sind ganz klar Fans, die die Jungen führen und ihnen beibringen, wie man sich zu verhalten hat. Und ja, auch ich lerne nie aus.

  8. #8
    Senior Member Avatar von Kommando Sperrbezirk
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    672
    Danke
    32
    Bedankt 462 mal in 157 Beitrag
    Zitat Zitat von 'Geri4',index.php?page=Thread&postID=42827#post428 27
    jedoch steht die West bei der Austria vor allem für die Fankultur, und hierbei begeben wir uns immer mehr und mehr auf tiefstem Niveau, u.a. gab es bei einem der letzten Spiele gegenüber einem dunkelhäutigen Gegenspieler die für manch ach so witzigen Urwaldlaute (nein, und hierbei mein ich natürlich weder Rubin noch Momo)
    So traurig solche Dinge sind, so muss man doch festhalten, dass in den letzten 10-15 Jahren ein klarer Wandel vollzogen hat. Damals waren Urwaldlaute der ganzen Tribüne Normalzustand, das "Sieg"-Schreien oftmals von einem lauten "H"-Wort gefolgt. Einzelne Fälle wird es immer und überall geben, zu behaupten, dass wir uns " immer mehr und mehr auf tiefstem Niveau" befinden ist schlicht und einfach eine Frechheit gegenüber dem Rest der Tribüne (Edit: Fizz war hier schon schneller ). Die Tribüne hat sich in den letzten Jahr stark entpolitisiert und das ist auch gut so. Daran werden auch einige schwarz Schafe nichts ändern.

  9. #9
    Senior Member Avatar von Geri4
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    566
    Danke
    887
    Bedankt 396 mal in 164 Beitrag
    Blog-Einträge
    1
    Zitat Zitat von 'Fizz',index.php?page=Thread&postID=42829#post4282 9
    Zitat Zitat von 'Geri4',index.php?page=Thread&postID=42827#post428 27
    und mit dem klar über dem durchschnitt ist gemeint, dass sich unsere Fankurve über dem Schnitt an Dummheit gegenüber der Welt da draußen bewegt
    Ich möcht nur kurz anmerken, dass ich diese Aussage als unglaubliche Frechheit empfind!
    ok, dabei hätte etwas mehr Fingerspitzengefühl von mir nicht geschadet, wurde zu verallgemeint
    Fakt ist jedoch, dass man immer wieder Leute dabei hat, welche die Kurve in schlechtes Licht rückt
    Fakt ist jedoch auch, dass man die Geschichte der Austria zwar nicht auswendig kennen muss, jedoch respektieren soll - und da gehören gerade solche Aktionen ganz und gar nicht dazu

    wie es bereits veranda geschrieben hat, gerade bei den jungen Leuten (gibt es auf der West einige) ist es wichtig, dass die älteren, bzw. die schon länger ins Stadion gehen eine Art Vorbildfunktion haben sollten bzw. zumindest wissen sollten, wie man Fussball lebt und nicht ständig über die Strenge schlagen in welchem Bereich auch immer. Sei es in bezug auf das ausleben seiner politischen Meinung in der Fankurve, ...
    Auszug aus de.wikipedia (Wiener Derby): "während es sich bei der Austria um einen „bürgerlichen“ Verein handelte, der bei seiner Gründung sogar einen Intelligenzparagraphen hatte ..."

  10. #10
    Senior Member Avatar von Felly
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    2,978
    Danke
    1,394
    Bedankt 5,328 mal in 1,732 Beitrag
    Zitat Zitat von 'veranda',index.php?page=Thread&postID=42825#post4 2825
    ....aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.
    .......oder garnicht Bescheid wissen wollen bzw. lieber die Identität "ihres" Vereins leugnen, weil es ihnen "peinlich" ist, das die Austria eine jüdische Vergangenheit und auch Gegenwart hat.

    Die Idioten sterben leider nicht aus, abgesehen davon muss ich nicht die Geschichte der Austria heranziehen, um entschieden gegen Antisemitismus zu sein.
    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

  11. #11
    Junior Member Avatar von hagi
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    0
    Danke
    0
    Bedankt 0 mal in 0 Beitrag
    Zitat Zitat von 'Felly',index.php?page=Thread&postID=42842#post428 42
    Zitat Zitat von 'veranda',index.php?page=Thread&postID=42825#post4 2825
    ....aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.
    .......oder garnicht Bescheid wissen wollen bzw. lieber die Identität "ihres" Vereins leugnen, weil es ihnen "peinlich" ist, das die Austria eine jüdische Vergangenheit und auch Gegenwart hat.
    solche gibt's wirklich(beide varianten -> die unwissenden u die verleugner)?
    na a ned schlecht...
    mir stellt sich nur dir frage...was sucht dann einer dem die geschichte des vereins peinlich ist bei der austria?!
    is so einer net bissl fehl am platz :S

  12. #12
    Senior Member Avatar von Schneckerl
    Registriert seit
    Mar 2007
    Ort
    Unterlaa
    Beiträge
    665
    Danke
    160
    Bedankt 1,009 mal in 354 Beitrag
    So wie ich diesen Bericht verstehe, hat es sich da um irgendwelche Koffer gehandelt. Besagter Herr wurde als Antisemit beschimpft. Also glaubten einige (schwer verwirrte) das der Namen Jerusalem irgendwas Judenfeindliches ist??? Oder sie haben das Wort irgendwo aufgefasst und wollten einfach nur "gscheit" sein.


    Die West ist einfach nur ein Schnitt der Gesellschaft, wir haben Akakdemiker, Studenten, Schüler, Facharbeiter, Karnezierte, Hilfsarbeiter und Arbeitslose. Irgendeinen besonderen Hang merke ich aber nicht, zumindest nicht im Stadion. Politisch werden wir immer neutraler, was sehr zu begrüßen ist. Es gibt genug Veranstaltungen über die Geschichte der Austria und das mit dem Judenverein MUSS jeder Austrianer wissen. Ob es jedem gefällt ist eine andere Geschichte.

  13. #13
    Senior Member
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    2,449
    Danke
    1,340
    Bedankt 2,288 mal in 939 Beitrag
    Er wurde nicht als Antisemit beschimpft, er wurde antisemitisch beschimpft


    Diesen Bericht hab ich noch am PC, viell. vom alten Forum ka.. viell. dient er ein paar leuten zur aufklärung..

    Wer sich heute ein Liste der österreichischen Fußballmeister ansieht, der könnte glauben, dass die Zeit des Nationalsozialismus im Österreichischen Fußball keine Auswirkung gehabt hat. Denn da werden zwischen 1938 und 1945 die Meister der damaligen "Ostmark" angeführt, so als ob sich im Fußball zu dieser Zeit nichts verändert hätte. Doch gerade die Wiener Austria ist wohl das beste Beispiel, dass dem nicht so war. Denn die Austria war dem NS-Regime aus zwei Gründen besonders zuwider: Erstens als Klub, der unter den Funktionären und unter den Spielern einen hohen Anteil an jüdischen Bürgern hatte und zweitens als Verein, der besonders das spielerische Element, das "Wiener Scheiberlspiel", betonte. Dieser Spielstil vertrug sich überhaupt nicht mit dem geradlinigen Spiel der Deutschen und war deshalb nicht gerne gesehen.

    Am 13. März 1938 wurde Österreich dem nationalsozialistischen Deuschland Adolf Hitlers einverleibt. Die Wiener Austria hatte zu dieser Zeit eine starke Mannschaft, doch bereits am Tag des Einmarsches wusste man, was nun auf den Verein zukommen würde. Der legendäre Präsident der Austria, der "Michl" Schwarz, musste das Land sofort verlassen, aber auch der übrige Vorstand emigrierte fast geschlossen nach Frankreich oder in die Schweiz. Überraschenderweise wurde der Fußballbetrieb in der "Ostmark", wie das ehemalige Österreich nun hieß, bald nahezu unverändert fortgesetzt, mit einer Ausnahme natürlich: jüdischen Spielern wurde jede sportliche Tätigkeit untersagt, jüdische Vereine wurden aufgelöst. Alle Juden und Jüdinnen, die weiter Sport betreiben wollten, wurden dem Verein "Maccabi" zugeteilt, wo die Juden aber nur mehr gegeneinander antreten konnten. Deutschen oder "arischen" Sportlern konnte man es nicht mehr zumuten, dass sie gegen Juden antraten.

    Die Austria hatte fast den gesamten Vorstand und etwa die Hälfte ihrer Stammspieler verloren, doch es kam noch schlimmer: Am 17. März 1938 wurde die vorläufige Sperre des Vereins bekannt gegeben. Die verbliebenen nicht-jüdischen Austria-Spieler durften nicht mehr ins Wiener Stadion wo die Austria zu dieser Zeit beheimatet war, denn das Stadion war gleich nach dem Anschluss zur Kaserne für deutsche Soldaten umfunktioniert worden. Die Austrianer konnten also nicht mehr trainieren, die Funktionäre durften das Sekretariat nicht mehr betreten und konnten die Geschäfte des Vereines nicht mehr führen. Schließlich richteten sich die Spieler und die Geschäftsführung notdürftig am Cricketer-Platz ein. Als "Kommissarischer Leiter" der Austria wurde der SA-Sturmbannführer Hermann Haldenwang bestellt und benannte angeblich auf Befehl des Reichssportführers Tschammer den Verein nun kurzfristig in "Ostmark" um. Da diese Bezeichnung aber international gänzlich unbekannt war, dauerte die Zeit der "Ostmark" auch nicht sehr lange, einige Monate später kehrte man wieder zur alten Bezeichnung Austria zurück. Haldenwang wurde kurz darauf durch den NS-Reichsbund für Leibesübungen in Berlin abgesetzt und durch den Sekretär der ehemaligen Nationalliga und früheren FAC-Sektionsleiter Richard Ziegler ersetzt. Der Platz des Präsidenten wurde allerdings nicht mehr besetzt: Der Austria-Vorstand meinte, dass dieser Platz nur dem "Michl" Schwarz zukomme und hielt ihm sein Präsidentenamt auch tatsächlich bis zu seiner Rückkehr im Sommer 1945 offen.

    Die Mannschaft der Austria war allerdings zwischen 1938 und 1945 wesentlich schwächer als in den Jahren vorher. Die jüdischen Spieler waren emigriert, viele Nachwuchsspieler wurden zum Heer eingezogen, so dass nur mehr eine Rumpfmannschaft zur Verfügung stand. Außerdem hatten die Vereine immer weniger Geld, denn die großen Spiele, zum Beispiel im Mitropacup, gab es natürlich nicht mehr. Dazu kam noch, dass im Sommer 1938 der Professionalismus abgeschafft wurde und auch die Übertrittsbestimmungen für Spieler verschärft wurden. So konnte man kaum fertige Spieler verpflichten und war auf den Nachwuchs angewiesen. Natürlich traf das auf alle Vereine zu, doch manche konnten es sich eher richten als andere.

    Der große Star der Austria, Matthias Sindelar, fiel am 23. Jänner 1939 einem bis heute ungeklärten Unfall zum Opfer. Tod durch Rauchgasvergiftung hieß die offizielle Version, die auch in der Polizeiakte vermerkt wurde, geplanter Mord, Selbstmord oder Doppelselbstmord mit seiner Geliebten waren viel zitierte Gerüchte.

  14. #14
    Junior Member Avatar von DottoreAV99
    Registriert seit
    Aug 2008
    Beiträge
    0
    Danke
    0
    Bedankt 0 mal in 0 Beitrag
    Früher hatten wir kultivierte Fans, heute spricht man von Fankultur, wenn man die Ultrassektionen meint. Die Pensionisten auf der Stehplatztribüne, die zwar immer über alles gmotschkat haben, jedoch mehr Ahnung im kleinen Finger hatten, als so mancher Fanatische im ganzen Körper, wurden einfach ausgetauscht, weggetauscht gegen Legionen von Junge.
    Aber natürlich logisch, wann man Fanaufzucht inflationär betreibt und schaut, daß die eigene Halbstarkenpartie mehr und mehr an Mitgliedern bekommt.

    Früher erkannte man einen Rapidfand schon am Nasenspitzerl. Der Trottel war ihnen ins Gesicht geschrieben. Aber heute? Heute haben wir mindestens genausoviele Vollidioten als die Vorstädter. Und natürlich irgendwie logisch. Spielten wir vor ein paar Jahren noch vor 2.500 Zusehern, so kommen heute 7000. Und diese 4.500 können sich getrost als die Adi Pinter 98% ansehen.

  15. #15
    Senior Member Avatar von Schneckerl
    Registriert seit
    Mar 2007
    Ort
    Unterlaa
    Beiträge
    665
    Danke
    160
    Bedankt 1,009 mal in 354 Beitrag
    Zitat Zitat von 'M@nny',index.php?page=Thread&postID=42861#post428 61
    Er wurde nicht als Antisemit beschimpft, er wurde antisemitisch beschimpft

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

  16. #16
    Senior Member Avatar von Felly
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    2,978
    Danke
    1,394
    Bedankt 5,328 mal in 1,732 Beitrag
    Witzig is, dass ich eine Eintrittskarte (Tschammerpokal) von Schalke 04 - AUSTRIA ausn Jahr 1941 habe.

    Alleine schon wegen der Namensnennung eine Rarität.
    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

  17. #17
    Senior Member Avatar von Snoopy
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    314
    Danke
    168
    Bedankt 440 mal in 146 Beitrag
    1) nun ja, ich geh seit 28 Jahre auf den Platz, und die Fans waren schon immer eher rechts als links (nein ich mag darauf net näher eingehen und auch keine diskussion), also nichts neues würde ich meinen

    2) der Betroffene kennt sich aus....UND hat zum Unterschied zu vielen anderen, dennen evtl. ähnliches passiert ist, einfach die Möglichkeit das der breiten Öffentlichkeit mitzuteilen!

    3) manche haben immer noch überhaupt keine Ahnung wer wir waren und wer wir noch (und das ist wirklich so eine Sache...!) sind.

    4) u.a. deswegen mache ich ein Nostalgiebuch von Fans für Fans


    der Spieler Jerusalem war genial wo so viele vor ..............

  18. #18
    DiePartei
    Guest
    Zitat Zitat von 'Felly',index.php?page=Thread&postID=42842#post428 42
    Zitat Zitat von 'veranda',index.php?page=Thread&postID=42825#post4 2825
    ....aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.
    .......oder garnicht Bescheid wissen wollen bzw. lieber die Identität "ihres" Vereins leugnen, weil es ihnen "peinlich" ist, das die Austria eine jüdische Vergangenheit und auch Gegenwart hat.

    Die Idioten sterben leider nicht aus, abgesehen davon muss ich nicht die Geschichte der Austria heranziehen, um entschieden gegen Antisemitismus zu sein.
    Keine Ahnung, warum der Herr dieses Thema jetzt anspricht.
    Ich trau mich mal behaupten, dass sowenig Politik wie jetzt, gab es auf der West eigentlich noch nie. Die Kurve ist unpolitisch, jeder hat zwar seine politischen Präferenzen, aber man ist wegen der Austria im Stadion.

    Aber eines muss ich schon sagen. Die Leugnung der jüdischen Mitprägung ist genauso falsch, wie dieses ewige Herumreiterei die Austria war der Judenverein. Crickets, etc. sind andere Wurzeln. Es war ganz normal für einen Verein des Bildungsbürgertums, dass er dementsprechend Sympathien bei den (vielmals) jüdischen Bürgertum hatte. Streng genommen ist die geschichte immer interpretiertbar, je nach ideologischer/politischer Ausrichtung werden die Schwerpunkte mal da, mal da gelegt. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte......

    Mfg

  19. #19
    Senior Member Avatar von Felly
    Registriert seit
    Mar 2007
    Beiträge
    2,978
    Danke
    1,394
    Bedankt 5,328 mal in 1,732 Beitrag
    Nur war die Austria vor WK II, DER jüdische Verein schlechthin bzw. konnte überhaupt nur deshalb existieren.

    Auf diese Tatsache kann ma getrost mit Stolz verweisen.

    Das wir eine halbwegs unpolitische Kurve haben ist gut so, darf aber nicht über gewisse Tendenzen hinweg täuschen, die es ohne Zweifel gibt, in beide Richtungen im übrigen.
    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

  20. #20
    Junior Member
    Registriert seit
    Apr 2008
    Beiträge
    0
    Danke
    0
    Bedankt 0 mal in 0 Beitrag
    Zitat Zitat von 'DiePartei',index.php?page=Thread&postID=42887#pos t42887
    Aber eines muss ich schon sagen. Die Leugnung der jüdischen Mitprägung ist genauso falsch, wie dieses ewige Herumreiterei die Austria war der Judenverein. Crickets, etc. sind andere Wurzeln. Es war ganz normal für einen Verein des Bildungsbürgertums, dass er dementsprechend Sympathien bei den (vielmals) jüdischen Bürgertum hatte.
    Ich finde das kann man so nicht sagen. Es ist ja nicht nur so, dass die Austria einfach nur jüd. Mitglieder hatte. Der Vereinsgründer und erste Präsident Erwin Müller, Hugo Meisl, der die Austria als Sektionsleiter zum Spitzenverein geführt hat und die Initiative zur Rettung des Klubs nachdem Konkurs 1929/31 geleitet hat, Kalman Konrad, der Spieler mit dem man den Aufstieg unseres Vereins untrennbar verbindet, Michl Schwarz, längstdienender und mit
    Sicherheit bedeutendster Präsident des Vereins waren ebenso jüdisch wie eben viele bzw. die meisten Vorstandsmitglieder und Geldgeber.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Grosses Aufsehen – grosses Vergessen!
    Von NEWS Bot im Forum Austria Wien NEWS
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 23.05.11, 11:48
  2. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 13.05.10, 13:02
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 09.05.10, 13:16
  4. Austria hat nicht vergessen
    Von Felly im Forum History
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 11.11.08, 12:18

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •