

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Bertl von Donaustadt« (14. Oktober 2007, 23:00)
Zitat
Viel weitreichender waren die Auswirkungen auf die Admira nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich am 12. März 1938. Der Verein konnte sich vorerst noch an den Spitze halten, wurde 1939 vorerst letztmals österreichischer Meister (beziehungsweise im damaligen Sprachgebrauch Gewinner der "ostmärkischen Gauliga"). Als „Ostmarkmeister“ durften die Admiraner an den Endrundenspielen um die deutsche Meisterschaft teilnehmen, wobei sich die Admiraner bis ins Finale spielten.
Im Endspiel kam es zum Aufeinandertreffen mit Schalke 04. Der Verein war damals als erfolgreichster "altdeutscher" Klub in Österreich besonders unbeliebt , hinzu kamen Verbindungen einiger Spieler zur NSDAP. So waren die Stützen der damaligen Schalker Mannschaft, Szepan und Kuzorra, aktive Mitglieder der NSDAP, unterstützen Wahlaufrufe der Partei. Das von Schiedsrichter Schulz geleitete Match entwickelte sich zum Skandalspiel: Drei Admiraner wurden ausgeschlossen, das Spiel endete 0:9. Nachdem Szepan die Admira verspottet hatte, wurde er von Klacl mit einem Kinnhacken niedergestreckt, was eine lebenslange Sperre nach sich zog. Um die Wogen etwas zu glätten, einigten sich die Beteiligten schließlich auf ein „Versöhnungsspiel“. Am 17. November 1940 gastierte Schalke 04 schließlich in Wien, für das Spiel war wiederum der Dresdner Schiedsrichter Schulz angesetzt. Die Admira konnte mit 1:0 in Führung gehen, zwei weitere klare Treffer wurden vom Referee aberkannt. Nachdem kurz vor Spielschluss noch das 1:1 fiel, wurde das Spielfeld von den 50.000 Zusehern gestürmt, der Schiedsrichter wurde angegriffen, der Schalker Mannschaftsbus zerstört und sämtliche Reifen des Autos von Gauleiter Baldur von Schirach aufgestochen.
Zitat
Pech hatte der Klub im DFB-Pokal 1940. Wacker kam bis ins Halbfinale des deutschen Pokals, wo die Mannschaft auf SV Waldhof Mannheim traf. Das erste Spiel in Mannheim endete 1:1 nach Verlängerung. Das Entscheidungsspiel in Wien ging mit 2:2 nach Verlängerung zu Ende, ein weiteres Entscheidungsspiel auf neutralem Platz in München endete 0:0 nach Verlängerung. So einigte man sich auf einen Losentscheid, der zu Gunsten Mannheims entscheid. Die Meidlinger waren ungeschlagen aus dem Wettbewerb ausgeschieden
Zitat
Wacker war Meister, bereits drei Wochen später standen die Meidlinger am 29. Juni der Wiener Austria im Cupfinale gegenüber, wobei dieses Entscheidungs-Match weitaus dramatischer verlief. Durch Wackers Torschützenkönig von 1942, Ernst Reitermaier, konnten die Meidlinger zwar in Führung gehen, Pepi Stroh besorgte allerdings bald darauf den Ausgleich für die Veilchen. Nach dem Hahnemann die Meidlinger ein weiters Male in Führung brachte, wechselte diese wiederum nur Minuten später dank eines Doppelpacks von Dolphi Huber an die Austria. Schließlich besorgten je ein weiters Tor von Reitermeier und Hahnemann in den letzten Spielminuten das Endergebnis von 4:3 zu Gunsten von Wacker vor 35.000 Zuschauern im Praterstadion. Die Trophäe wurde anschließend von Bundeskanzler Leopold Figl der Siegerelf überreicht. Für Wacker traten damals neben den beiden Doppeltorschützen im Tor Pelikan, als Backs Virius und Marischka, in der Halvesreihe Macho, Hanappi und Brinek, wobei der erst 17-jährige Centerhalf Gerhard Hanappi in der Tagespresse besonders gelobt wurde
Zitat
Neben diesen pikanten direkten und indirekten Duellen wurden durch den Wechsel der Wacker-Legende Gerhard Hanappi 1950 zu Rapid noch angeheizt, zahlreiche Wacker-Fans schworen „ewige Feindschaft“.
Zitat
In der Meisterschaft zeigte sich bald wieder das alte Bild: 1953 wurde Wacker zum bereits sechsten Male Vizemeister, nur einen Punkt hinter der Austria und schoss dieses Mal 101 Tore in nur 26 Spielen. Das meisterschaftsentscheidende Spiel bot sich in der 24. Runde am 7. Juni 1953 im direkten Duell der beiden Titelkonkurrenten. Vor 45.000 Zuschauern im Praterstadion kamen die Meidlinger nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus, ein Sieg hätte den sicheren Titel gebracht. Im Meisterschaftsfinish gelang zwar ein 7:2-Auswärtssieg gegen Sturm Graz, Austria deklassierte den Grazer SC allerdings mit 12:3. Im selben Jahr wurde Turl Brinek in die FIFA-Weltauswahl berufen, was aber einen Wechsel zum AS Monaco nach sich zog.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bertl von Donaustadt« (14. Oktober 2007, 22:53)
Forensoftware: Burning Board® 3.1.5, entwickelt von WoltLab® GmbH