SK Sturm-Krimi: Geldwäscheverdacht gegen Vastic und Co. von Kid Möchel
Die OÖ Versicherung AG hat vier Ex-Sturm-Kicker und einen Ex-Trainer
wegen Verdachts der Geldwäsche angezeigt. Vastic-Anwalt Friedrich
Gatscha widerlegt Vorwürfe.
Der Krimi um angebliche Millionen-Malversationen beim Fussballklub
Sturm Graz treibt kuriose Blüten. Am 1. Juni trudelte bei der
Geldwäschemeldestelle im Wiener Bundeskriminalamt eine
„Verdachtsmeldung" der Oberösterreichischen Versicherung ein. „Wir
haben begründeten Verdacht auf Geldwäscherei ... aufgrund der
einschlägigen Bestimmungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes."
Verdächtigte Person: Ivica Vastic.
Verdachtsfall Vastic
Die Versicherung teilt in einem Fax der Kripo mit, dass Sturm im Mai
1997 eine Lebensversicherung „als Indirektversicherung zur Rückdeckung
von Ansprüchen Vastics abgeschlossen hat". Im April 2002 wurde dieser
Vertrag auf Vastic übertragen. Bei der Übertragung lag es in der
Verantwortung des SK Sturm bzw. Vastic, die anfallende Einkommensteuer
zu entrichten, heisst es darin. „Die Transaktion kommt erst heute zur
Meldung, da der Vertrag im Rahmen der Auszahlungen der Ergebnisleistung
(623.531 €) an Ivica Vastic am 1. Juni neuerlich geprüft wurde und erst
die jüngsten Medienberichte einen dringenden Verdacht auf
Abgabenverkürzungen ergeben haben." Die Versicherung beruft sich dabei
auf Medienberichte über angebliche Geständnisse von Ex-Sturm-Boss
Hannes Kartnig. Der Versicherer mutmasst, dass bei dieser angeblichen
Abgabenhinterziehung möglicherweise ein Vortatbestand der Geldwäscherei
vorliegt.
Weitere Verdachtsfälle Vier Tage später meldete die Versicherung vier
weitere Spieler, darunter ist auch Markus Schopp, und einen früheren
Trainer ans Bundeskriminalamt, die demnächst Geld aus der
Lebensversicherung erwarten. Schopp wird im Jänner 2008 466.000 Euro
erhalten. Ein weiterer Ex-Sturm-Spieler kann mit 302.000 Euro rechnen.
Ein ehemaliger Sturm-Trainer hat bereits im Februar 2007 eine
Erlebensleistung von 211.000 Euro erhalten. Ein weitere
Ex-Sturm-Spieler wird am 1. Juli 2007 rund 415.000 Euro ausbezahlt
bekommen. Das geht aus der Geldwäsche-Verdachtsmeldung hervor, welche
die Oberösterreichische Versicherung AG dem Bundeskriminalamt
übermittelt hat. Laut Bundeskriminalamt ist vorerst "mit keinen
weiteren Verdachtsmeldungen in dieser Angelegenheit zu rechnen". Am Zug
ist jetzt die Staatsanwaltschaft Graz.
Vastic bestreitet Vorwürfe und schaltet Anwalt ein „Herr Vastic ist
über diesen Sachverhalt bestürzt", sagt Friedrich Gatscha, Anwalt von
Vastic und Schopp. „Dieser Sachverhalt ist dem Finanzamt Graz seit zwei
Jahren bekannt. Es wurden Betriebsprüfungen bei Schopp und Vastic
durchgeführt. Es wurden von beiden Spielern die Steuern brav bezahlt."
Vastic soll 520.000 € an Steuer berappt haben. Sturm habe bei dieser
Betriebspensionsvereinbarung als Dienstgeber die Einkommensteuer nicht
abgeführt. Gatscha: „Das war meinen Mandanten nicht bewusst, denen
wurde gesagt, das ist alles steuerlegal, sonst hätten sie es nicht
gemacht." Laut Gatscha ist die Versicherung schlecht informiert. Die
Spieler haben die von ihnen abgeführten Steuern aus dem Pensionsmodell
im Sturm-Konkursverfahren geltend gemacht. Von Geldwäsche könne keine
Rede sein. -->wirtschaftsblatt.at