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Mehrheit der Klubs für Sturm-Chef als Nachfolger von Martin Pucher, Stimmen der Erstligisten brachten Entscheidung - Wunschkandidat von Rapid, Austria und Salzburg durchgefallen
Vösendorf - Der neue Präsident der österreichischen Fußball-Bundesliga wird Hans Rinner heißen. Im Rahmen einer Präsidentenkonferenz am Freitag in Vösendorf erhielt der aktuelle Vize und Präsident von Sturm Graz die Unterstützung aller zehn Erstligisten sowie von sechs Bundesligisten. Daraufhin zog tipp3-Vorstand Dietmar Hoscher, Wunschkandidat von Rapid, Austria, Salzburg und vermutlich auch Ried, seine Kandidatur zurück. Damit ist der Weg für Rinners Kür am 7. Dezember im Rahmen der Hauptversammlung frei, wo er für die kommenden vier Jahre zum Nachfolger des scheidenden Martin Pucher gewählt werden wird.
Der Steirer hatte in der rund vierstündigen Sitzung, zu der außer den Bossen von Wacker Innsbruck und Austria Lustenau sämtliche Vereinschefs - auch Frank Stronach - erschienen waren, neben den Erstligisten (je drei Stimmen in der Hauptversammlung) auch Mattersburg, Wiener Neustadt, Austria Kärnten, LASK, Kapfenberg und Sturm auf seiner Seite. Die Bundesligisten verfügen über jeweils fünf Stimmen. Formell betrachtet bedeutet dies, dass die Mehrheit der Präsidentenkonferenz dem Wahlausschuss eine Wahl-Empfehlung gab, dieser wird nun einen Wahlvorschlag erarbeiten.
Rinner zeigte sich nach seiner Designierung zufrieden. "Ich werde mich bemühen, das Bestmögliche für die Vereine und die Entwicklung des österreichischen Fußballs zu tun." Der 46-Jährige sieht sich als "Person der Mitte. Ich kenne die Strukturen der Bundesliga, ich kenne die Sorgen der kleinen und der großen Vereine."
Über seine Pläne ließ der Grazer zunächst nicht allzu viel verlauten. "Jetzt ist es einmal wichtig, dass man sich zusammensetzt, alles überprüft und in Strukturgesprächen das erarbeitet, was sinnvoll ist. Wir werden die Liga nach wirtschaftlichen Kriterien führen und dabei versuchen, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Es macht keinen Sinn, sich einen Meistertitel zu erkaufen. Für mich besteht die Bundesliga aus 20, nicht aus 10 Vereinen."
Rinner, beruflich als Geschäftsführer der Frigopol Kälteanlagenbau GmbH aktiv, sitzt seit Juni 2008 als Vize-Präsident im Bundesliga-Aufsichtsrat, wo er mit Pucher nach eigenen Angaben sehr gut zusammenarbeitete. Der Mattersburg-Obmann habe bereits im Jänner ihm gegenüber anklingen lassen, er solle sich auf eine große Aufgabe vorbereiten. "Aber damals habe ich das noch nicht so ernst genommen." Vor rund zehn Tagen sei er vom definitiven Rückzug Puchers informiert worden, danach habe es einen mehrtägigen Nachdenkprozess gegeben. "So ein Amt übernimmt man nicht im Vorbeigehen, da gibt es nicht nur Sonnenseiten."
Dass mit Hoscher gleichzeitig auch der Vorstand von Liga-Sponsor tipp3 den Kürzeren zog, wollte Rinner nicht überbewerten, einen Rückzug des Geldgebers erwartet er nicht. "Tipp3 sponsert ja nicht aus Sympathiegründen, sondern aus marketingtechnische Gründen."
Enttäuschte Wiener
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger wollte seine Enttäuschung über das Sitzungsergebnis nicht verhehlen. "Wir werden Rinner nicht wählen", gab er bekannt. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es völlig falsch ist, wenn der Bundesliga-Präsident gleichzeitig Vereinspräsident ist", so Edlinger.
Auch Austria-Manager und Wahlausschuss-Vorsitzender Markus Kraetschmer war mit dem Ergebnis nicht glücklich, betonte aber, sein Verein wolle sich künftig so in die Liga einbringen, dass die angestrebten Reformen auch durchgeführt würden. (APA/red)
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Präsident Edlinger schließt Alleingang bei TV-Vermarktung nicht aus - Ex-Finanzminister über Canori und andere Liga-Chefs verärgert
Wien - Die neue Führung der österreichischen Fußball-Bundesliga kann sich auf einen Konfrontationskurs von Rapid gefasst machen. Rudolf Edlinger, der Präsident des Rekordmeisters, ist mit der Designierung von Sturm-Graz-Boss Hans Rinner als neuen Liga-Chef und dem Rückzug des von ihm favorisierten Kandidaten Dietmar Hoscher alles andere als glücklich und droht nun sogar mit einem Alleingang bei der TV-Vermarktung.
"Die Bundesliga hat bis 31. Dezember 2009 das Mandat, für Rapid den TV-Vertrag mitzuverhandeln. Wenn bis dahin kein Ergebnis vorliegt, werden wir überlegen, ob wir uns selbst vermarkten. Rapid ist als größter Fußball-Verein Österreichs sicher für viele interessant", erklärte der ehemalige Finanzminister.
Laut Austria-Manager Markus Kraetschmer liegt der Bundesliga seit Donnerstag ein "interessantes Angebot" im Zusammenhang mit den Fernsehrechten vor. In der kommenden Woche wird darüber beraten, eine definitive Entscheidung könnte am 7. Dezember im Rahmen der Hauptversammlung fallen, wo auch die offizielle Kür von Rinner erfolgt.
Selbst wenn sich in punkto TV-Vertrag die Wogen noch glätten könnten - Rapid will auf jeden Fall mehr Einfluss im Aufsichtsrat, der nominell höchsten Bundesliga-Instanz. "Es ist legitim zu sagen, dass der größte Verein ins Leitungsgremium gehört, wobei klar ist, dass ich nicht in den Aufsichtsrat gehen würde, weil ich der Meinung bin, dass dort keine Vereinspräsidenten hineingehören", sagte Edlinger.
Ob Rapid überhaupt einen Platz im Aufsichtsrat erhält, ist allerdings noch völlig offen. Dazu müsste nämlich bei der Hauptversammlung eine Statutenänderung beschlossen werden, die eine Erweiterung des Gremiums vorsieht. Die Hütteldorfer werden diese Reform auf alle Fälle nicht beantragen, sondern warten eher auf eine "Einladung" der Liga. "Wir werden in diese Richtung sicher keine Aktivitäten setzen", betonte Edlinger.
Sein Kandidat Hoscher musste am Freitag auch deswegen die Segel streichen, weil die Erstligisten geschlossen für Rinner auftraten. "Ich verstehe die Vorbehalte der kleinen Clubs gegen Hoscher nicht. Außerdem finde ich es lustig, wenn sich Sturm Graz plötzlich als kleiner Verein präsentiert."
Weniger amüsant fand Edlinger in der Präsidentenkonferenz die Aussage von Austria-Kärnten-Präsident Mario Canori, wonach er Hoscher unter anderem wegen dessen SP-Nähe nicht wählen werde. "Das ist eine ungeheuerliche Argumentation, dass ein Sozialdemokrat nicht Bundesliga-Präsident werden kann. Und noch mehr gestört hat mich, dass mit Ausnahme von Stefan Reiter (Anm.: Ried-Manager) kein Präsident dagegen protestiert hat."
Die Politik spielt laut Edlinger im Fußball immer eine wichtige Rolle, "aber ich würde nicht ausschließen, dass diesmal die parteipolitischen Interessen stärker involviert waren als in der Vergangenheit". Der ehemalige SP-Spitzenpolitiker selbst wies jegliche parteipolitische Motivation in seiner Tätigkeit als Rapid-Chef von sich. "Man kann mir sicher nicht unterstellen, dass ich als Rapid-Präsident Parteipolitik gemacht habe." (APA)
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"Möglich, dass noch Namen dazukommen"
Angehören sollen dem höchsten Gremium neben Rinner auch Austria-Manager Markus Kraetschmer (für den Edlinger vor knapp vier Jahren wegen dessen Angestelltenverhältnis bei den Violetten ebenfalls nicht stimmte) und Ex-Wacker-Tirol-Obmann Gerhard Stocker als Vizepräsidenten sowie Austria-Lustenau-Präsident Hubert Nagel und der neu dazukommende Red-Bull-Salzburg-Vorstand Volker Viechtbauer.
"Rein von den Statuten her ist es nicht möglich, dass noch Namen dazukommen", meinte Rinner. Edlinger hatte unmittelbar nach der Pressekonferenz einen Platz im Aufsichtsrat für Rapid gefordert, er selbst hatte sich aus dem Gremium Anfang 2006 wegen der bevorstehenden Wahl Puchers zurückgezogen.
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And the W(R)inner is …" Der neue Präsident der Fußball-Bundesliga heißt ab Montag auch offiziell Hans Rinner.
Im Rahmen der Hauptversammlung wird der Steirer zum Nachfolger von Martin Pucher gewählt. Der Sturm-Präsident also als Bundesliga-Präsident.
Für Rinner, 46, ist diese Doppelfunktion nicht unvereinbar. "Jeder Präsident der Bundesliga hätte diese Unvereinbarkeit. Ich hätte mich bewerben müssen für den Golfverband. Weil davon habe ich keine Ahnung. Nur würden sie mich nach ein paar Monaten rauswerfen", sagt Rinner, der eines weiß: "Man darf kein Fanatiker seines Klubs sein."
Ein Dorn im Auge sind Rinner die Spielermanager. "Sie verwenden oft Praktiken, die unverantwortlich sind." Die Liga wiederum soll aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. "Tirol, GAK und Sturm haben Meistertitel gekauft und nie bezahlt. Das soll nicht mehr passieren." Und einen Präsidenten wie Hannes Kartnig würde Rinner "mit Ignoranz bestrafen. Das schmerzt noch immer am meisten."
TV-Zukunft
Eine erste Bewährungsprobe hat Rinner am Montag zu bestehen. Im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Präsidentenkonferenz lautet der einzige Tagesordnungspunkt: Die TV-Zukunft. Laut KURIER-Informationen soll eine Entscheidung fallen.
Die Pay-TV-Rechte werden überraschend früh vergeben - wie bisher an Sky. Kolportierter Kaufpreis: rund zehn Millionen Euro. Dafür will Sky mehr Exklusivität. Angedacht war zuletzt, dem ORF nur mehr 12 der insgesamt 36 Live-Spiele am Sonntag zu überlassen. Das Sendeschema sieht vor, neben dem Freitag- und dem Sonntag-Spiel drei Spiele am Samstag zu zeigen (zwei um 18 Uhr, eines um 20.30 Uhr).
Des weiteren muss Rinner den Klubchefs der ADEG-Liga verklickern, dass es keine Konferenz der zweiten Leistungsstufe mehr geben wird.
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Hans Rinner von Sturm Graz ist offiziell Präsident der Fußball-Bundesliga. Rapid ist inoffiziell beleidigt, Klubchef Rudolf Edlinger rasselt mit dem Säbel
Wien - In Nordkorea wäre so ein Ergebnis völlig auszuschließen. Denn der 46-jährige Hans Rinner wurde am Montag anlässlich der 13. Hauptversammlung in Wien mit nur 75 von 80 Stimmen zum Präsidenten der österreichischen Fußball-Bundesliga gewählt. Der Boss von Sturm Graz löst Martin Pucher ab, Mattersburgs Obmann schied freiwillig, er wirkte erleichtert, nahezu glücklich. Rapid, das wie jeder der neun anderen Oberhausklubs quasi fünfmal voten durfte (die zehn Erstdivisionäre zählen jeweils drei), ist stur geblieben, lehnte Rinner ab. Die Begründung ist fast so traditionell wir Rapid selbst, Präsident Rudolf Edlinger ergriff nach der Wahl das Wort: „Wir lehnen diese Doppelfunktion ab. Ich bin überzeugt, dass Pucher das Präsidentenamt redlich ausgeführt hat. Würden wir jetzt Rinner wählen, würden wir posthum Pucher beleidigen." Rapid stimmte einst auch gegen Frank Stronach, für diesen Widerstand wurde der Klub medial gefeiert.
Diesmal liegt der Sachverhalt ein bisserl anders. Edlinger wollte Dietmar Hoscher ins Amt hieven. Hoscher ist sein Spezi, Kuratoriumsmitglied von Rapid und vor allem Vorstand des Liga-Sponsors tipp3. Diese Kombination hätte Edlinger als nicht unvereinbar empfunden. Red Bull Salzburg und die Wiener Austria hätten sich mit Hoscher sogar anfreunden können, als sie in den vergangenen Wochen merkten, dass die Begeisterung bei den anderen äußerst beschränkt ist, schwenkten sie auf Rinner um. Der Preis ist ein schmollender Edlinger. Wobei er das „demokratisch zustande gekommene Ergebnis" akzeptierte. Stunden später sollte Edlinger sagen: „Die Bundesliga ist ein notwendiges Übel. Die Bundesliga braucht Rapid viel mehr als umgekehrt." Er sagte das auf der Weihnachtsfeier seines Klubs in der Vösendorfer Pyramide, danach wurde es übrigens wirklich lustig, Michael Niavarani trat auf.
Meister und Absteiger
Die Hütteldorfer Selbstüberschätzung ist herzig, die Alternative wäre, dass Rapid 36-mal gegen sich selbst spielt, den Meister und den Absteiger stellt. Aber natürlich wird die Unzufriedenheit auch begründet. Edlinger sagt: „Solidarität kann keine Einbahnstraße sein." Anders ausgedrückt: Rapid will mehr Geld aus dem Topf, der vom Fernsehen (ORF und Sky) gefüllt wird. Pro Jahr sind das zwölf Millionen Euro, Rapid bekommt eine Million und ein paar Zerquetschte. 22 Prozent erhält die Adeg Erste Liga, fünf Prozent decken die Ausgaben der Dachorganisation ab. Edlinger verweist auf die höheren Quoten und das belegbare Faktum, „dass wir überall die Stadion füllen. Die anderen Vereine verdienen an uns."
Der TV-Vertrag endet im Sommer, bis zum 15. Jänner hat die Liga das Mandat, gemeinsam neu zu verhandeln. Die Ausgangslage ist nicht gerade famos, die TV-Anstalten haben sich rigorose Sparkurse verordnet. Rapid droht damit, die Heimspiele zu verscherbeln. Der ORF kommt als Partner nicht infrage, er würde seinen öffentlichrechtlichen Anspruch verlieren, Straßenschlachten in Kapfenberg wären eine mögliche Folge.
Die Liga hat ein Zuckerl parat, auf Antrag von Rapid wird der Aufsichtsrat um drei Personen auf acht Mitglieder erhöht (Sturm und Mattersburg, also Rinner und Pucher stimmten dagegen). Die außerordentliche Generalversammlung soll Anfang Februar stattfinden. Vorerst sitzen im höchsten Gremium: Rinner, Austria-Vorstand Markus Kraetschmer, Volker Viechtbauer von Red Bull Salzburg sowie Gerhard Stocker (ehemals Obmann Wacker Innsbruck) und Hubert Nagel (Austria Lustenau) für die zweite Leistungsklasse. Bis auf Rinner bekamen alle 80 Stimmen. Salzburg hält sich aus den Machtspielchen elegant heraus. Viechtbauer: „Wir sehen uns als globalen Player. Österreich ist nur ein wichtiges Standbein." Rapid wird einen Platz im erweiterten Aufsichtsrat erhalten (Edlinger selbst zieht nicht ein), die Wiener Austria und Salzburg fordern das sogar.
Wirtschaft und Manager
Rinner ist ein Mann des Konsens, eine gute Zusammenarbeit mit dem ÖFB sei notwendig: „Ich will die Liga nach wirtschaftlichen Kriterien führen und bestmögliche Ergebnisse erzielen. In Sachfragen bin ich Edlinger nahe." Er nannte „Doping, Wettskandal, TV-Verträge" als Hauptprobleme. „Wir müssen eine Hochleistungskultur leben. Den größten Schaden richten Manager an. Schlecht ist, wenn Talente zu früh ins Ausland gehen und dort versauern." Das hätte auch Edlinger sagen können. (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe 09.12.2009)
Zur Person: Hans Rinner (46 Jahre): Geboren: 18. März 1963 in Semriach. Familienstand: Verheiratet mit Claudia, Zwillingstöchter Evamaria, Melanie. Ausbildung: Elektrotechniker, Abendmatura, Spezialausbildung im Bereich Kältetechnik. Geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Frigopol (Kälteanlagen). Hobbys: Nordic Walking, Bergwandern.
Sturm-Präsident seit 18. Jänner 2007
seit Juni 2008 als Bundesliga-Vizepräsident im Bundesliga-Aufsichtsrat
am 27. November 2009 Designierung zum neuen Bundesliga-Präsidenten (offizielle Wahl am 7. Dezember 2009 im Rahmen der Hauptversammlung)


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Pezi (13.01.2010)
Sonntag um 9:30 Uhr an....

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Gruppo Anti Rapid (09.12.2009)
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Die Bundesliga steht vor einer Bewährungs- oder gar Zerreißprobe. Rapid muckt auf, Boss Rudolf Edlinger wird den vorliegenden TV-Vertrag ablehnen. Er stößt nicht nur auf Unverständnis
Wien - Rapids Präsident Rudolf Edlinger sagt, er sei kein Streithansel. Er drohe niemandem, stelle die Dinge nur subjektiv klar. Zur Beruhigung, und das ist ein objektives Faktum, wird Rapid Bestandteil der österreichischen Fußball-Bundesliga bleiben. Mangels Alternativen und weil Wien-Hütteldorf nicht Italien, England oder Spanien ist. Edlinger: "Spielt man 36-mal gegen sich selbst, ist das wertlos und langweilig, das würde auch kein Fernsehsender dieser Welt übertragen."
In der Bundesliga spielt es sich jedenfalls ab. Am Donnerstag wird in Wien die Präsidentenkonferenz abgehalten, dabei soll der ausgehandelte TV-Vertrag abgesegnet werden. Streitereien oder zumindest Diskussionen sind programmiert, der Ausgang ist laut Liga-Vorstand Georg Pangl "offen. Ich bin kein Hellseher."
Eine Zweidrittelmehrheit ist notwendig, um Folgendes zu genehmigen: Der Pay-Sender Sky zahlt neun Millionen Euro pro Saison (für fünf Jahre, nach drei Jahren wäre ein Ausstieg möglich), zwölf Spiele darf das Free-TV haben, also ORF (trotz Gebührenpflicht), ATV, Servus-TV von Dietrich Mateschitz, Puls, RTL und so weiter. Pangl: "Darüber hinaus gibt es ja noch Zweit- und Drittverwertungsrechte." Edlinger ärgert, dass es keine offizielle Ausschreibung gab, Pangl entgegnet dem, "dass es halt leider nur Sky gibt. Würde Rapid klagen, bleibt danach wieder nur Sky übrig. Der Markt ist so klein, Agenturen haben sich keine gemeldet."
Fakt ist, dass in anderen europäischen Ländern Meisterschaftsspiele praktisch ausschließlich im Pay-TV stattfinden (Italien und England zeigen null Partien öffentlich, in Deutschland sind es zwei, in der mit Österreich vergleichbaren Schweiz zehn). Ausnahme ist Spanien. Allerdings sind im Ausland die Summen weitaus höher, der Rechteverkauf macht oft ein Drittel der Klubbudgets aus. Hierzulande sind es im Schnitt zehn Prozent.
Armutsgrenze
Edlinger wird am Donnerstag den Vertrag ablehnen. "Im Interesse der Fans" , sagt er und bringt eine soziale Komponente ins Spiel. "Wir leben in einer Zeit, in der eine Million Menschen an der Armutsgrenze leben und 400.000 arbeitslos sind. Fast 1,5 Millionen Leute haben im Monat weniger als 900 Euro zur Verfügung. Die sollen wenigstens Rapid gratis sehen. Man kann von ihnen nicht verlange, sich so ein Kasterl zu kaufen und ein Abo abzuschließen." Zudem sei man auch den eigenen Sponsoren verpflichtet. "Die wollen präsent sein. Nicht nur zwölfmal." Edlinger fühlt sich falsch verstanden. "Es heißt immer, Rapid will mehr Geld. Dabei ist es fast wurscht, ob fünf oder sieben Prozent unseres Budgets vom Fernsehen gedeckt werden."
Bisher kassierte die Liga rund 14 Millionen Euro pro Saison, acht von Sky (früher Premiere), sechs vom ORF (für 36 Livespiele). Der Staatsfunk ist trotz der Verpflichtung von Dominic Heinzl daran interessiert, den österreichischen Kick zu behalten. Informations-Direktor Elmar Oberhauser hat das den Klubpräsidenten in einem Schreiben versichert. Über Summen wurde angeblich nicht gesprochen. Sollte das frei empfangbare Fernsehen (ORF inklusive) auf mehr als zwölf Live-Partien bestehen, wovon auszugehen ist, wird Sky freilich die versprochenen neun Millionen kaum blechen.
LASK-Präsident Peter-Michael Reichel sympathisiert mit Rapid, "obwohl mir ein bisserl zu viel Selbstinszenierung dabei ist. Ich hoffe auf eine vernünftige Lösung, vor einem Kollaps steht die Liga nicht. Aber die Sponsoren sind unzufrieden."
Das Mandat der Liga, gemeinsam zu verhandeln, endet am 15. Jänner. Kann sein, dass sich Rapid dann selbst vermarktet, also die 18 Heimspiele verscherbelt (muss natürlich nicht der ORF sein, hätte für den Sender eine schiefe Optik). Edlinger: "Das kann uns keiner verbieten, das ist ein verfassungsmäßiges Grundrecht. Rapid ist nicht das Eigentum der Liga. Wir würden weiterhin Gebühren an sie überweisen, damit sie wirtschaften kann." Selbst Pangl glaubt, "dass ein Verfassungsgerichtsurteil Rapid Recht geben würde" . Insofern sei an einen Ausschluss des Rekordmeisters nicht einmal zu denken.
Thomas Parits, der Vorstand der Wiener Austria, wird dem TV-Vertrag voraussichtlich zustimmen. "Man muss noch Details besprechen. Ich denke, ein Konsens ist möglich." Edlinger: "Ich lehne ab. Obwohl ich kein Streithansel bin." (Christian Hackl - DER STANDARD PRINTAUSGABE 13.1. 2010)
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Rinner droht Rapid mit Ausschluss
Jetzt wirds ruppig. Bundesliga-Präsident Hans Rinner macht seinem Ärger über Rapid lautstark Luft. Plus: steigt Dietrich Mateschitz mit "Servus TV" in den Ring?
Die Vorgeschichte in aller Kürze: die Bundesliga einigt sich im Dezember auf einen TV-Deal mit sky, der noch mehr Exklusivität für den Pay-TV-Sender und nur mehr kolportierte zwölf Live-Spiele pro Saison im Free-TV vorsieht. Der Vertrag soll diesen Donnerstag in der Hauptversammlung der Liga abgesegnet werden.
Rapid, vor allem in Person von Präsident Rudolf Edlinger, ist damit gar nicht einverstanden. Die Grün-Weißen prüfen eine Klage und planen ohnedies, ihre Heimspiele selbst zu vermarkten. Wie sportnet.at Anfang Dezember berichtete, könnte etwa der ORF zuschlagen und alle Spiele aus dem Hanappi-Stadion live und exklusiv übertragen.
"Gegen wen spielt Rapid dann?"
Nicht ganz so lustig findet die Angelegenheit Hans Rinner, der neue Präsident der Liga, und droht dem Rekordmeister unterschwellig mit dem Ausschluss. "Gegen wen spielt Rapid dann?", fragt Rinner in einem Interview mit der Presse (Dienstag-Ausgabe), um die Antwort selbst zu geben: "Gegen Austria oder Salzburg sicher nicht."
Diese Klubs würden "vermutlich nicht" in Hütteldorf antreten, mutmaßt der Sturm-Boss. Auch, dass der ORF exklusiv nur Rapid-Spiele zeigen könnte, kann sich Rinner "nicht vorstellen. Darf das überhaupt ein öffentlich-rechtlicher Sender? Nur Rapid zeigen und den Rest der Liga unter den Tisch fallen lassen?"
Letztlich hofft Rinner darauf, "dass die Vernunft siegt. Es geht uns darum, dass wir in Summe mehr Berichterstattung zusammenbringen." Da gebe es Möglichkeiten, "die noch nicht ausdiskutiert wurden."
Gerücht: Angebot von Mateschitz
Wie nun am Dienstag bekannt wurde, soll Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz um die Bundesliga-Rechte mitbieten. Das meldet Kleine Zeitung Online und beruft sich dabei auf "gut informierte Kreise". Der Salzburger ist seit einigen Monaten mit seinem Sender Servus TV on air.
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