Zur genaueren Info: Die Gliederung einer Gewinn- und Verlustrechnung eines Fussballvereines lt. offiziellem Anhang zum Lizenzierungshandbuch der Bundesliga: (damit sollten dann alle Unklarheiten beseitigt sein)
1. Umsatzerlöse (Eintrittsgelder, Sponsoring, TV-Gelder, Transfererlöse, Handel, Vermietung&Verpachtung)
2. Sonst. betriebliche Erträge (Erträge aus Abgängen von Spielerwerten, Kantine, UEFA-Klubwettbewerbe, Mitgliedsbeitrgäge, etc. usw.)
3. Aufwendungen für Material (Medizinische Betreuung, Ausstattung und Sportmaterialien, etc.) und sonstige bezogene Leistungen (Verbandsabgaben, Strafen, etc.)
4. Personalaufwand (Untergliedert in Spielbetrieb Kampfmannschaft/Nachwuchsbetrieb/Verwaltung; zuzüglich aller Nebenkosten in Zusammenhang mit Personal)
5. Abschreibungen (Spielerwerte, Sachanlagen - wie das Stadion, die Akademie, etc.)
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen (Steuern und Abgaben, Aufwendungen für den Spielbetrieb, Stadionnutzung, Transfers, übrige)
7. Betriebserfolg (Earnings Before Interest and Taxes (EBIT) - jedoch nach "Depreciation and Amortisation" (EBITDA) welche im wesentlichen die Abschreibungen darstellen.)
(Danach folgt das Finanzergebnis welches meines Erachtens nicht unwichtig ist da man darin unter anderem sieht, wie "teuer" das investierte Kapital für einen Verein ist. Zinsaufwand ist bei großen Investitionen mit größtenteils Fremdkapitaldeckung nicht zu vernachlässigen!)
8. Erträge aus Beteiligungen
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
11. Erträge aus Finanzanlagen
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
14. (Zwinschensumme aus 8-13) Finanzerfolg
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Quasi 7. +/- 14.)
danach noch das außerordentliche Ergebnis und die Steuern, folgt der Jahresüberschuß/-fehlbetrag
Und dieser Fehlbetrag dürfte bei der Austria in den letzten Saisonen anscheinend recht hoch gewesen sein oder wie erklärt sich das negative Eigenkapital von 5,6 MEUR?
Und folgende Dinge möchte ich noch zu beachten geben:
Bei Fußballvereinen kann man nicht wirklich Bilanzkennzahlen oder ähnliches anwenden da den Vereinen tlw. enorme Spielräume in der Bilanzierung offen bleiben (Spieler aktivieren - mit welchen Werten?, etc.).
Bei den Bundesligavereinen muss man (wie bei jedem anderen Unternehmen auch) auf alle wesentlichen Komponenten achten. Diese wären die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung (Gliederung eingangs dargestellt) und vor allem die Liquiditätsrechnung. Und bei der Lizenzierung der Bundesliga hat vor allem eines Vorrang: Kann der Verein mithilfe der per 15. März fix zugesagten Sponsorgelder und verlässlich geschätzten sonstigen Einnahmen die Ausgaben des folgenden Spieljahres decken?
Damit wäre auch die Frage nach der Bilanzierungsperiode geklärt - es hängt natürlich mit der Spielzeit in der Bundesliga zusammen. Darüber hinaus ist sie stark davon beeinflusst dass mithilfe des Forecast für die nächste Saison - eine Bilanzierungsperiode - der Spielbetrieb garantiert ist und eine unterjährige Einstellung dessen möglichst unterbleibt. Gerade der Liquiditätsrechnung kommt dabei besondere Bedeutung zu. Und Sponsorgelder die verspätet zu "positiven Zahlströmen" führen, beeinflussen die kurzfristige Liquiditätsrechnung, nicht jedoch die Gewinn- & Verlustrechnung (somit nicht das berühmte "EBITDA"

).
Auflagen der Bundesliga haben keine weitreichenden, wesentlichen Folgen. Ausser, dass der Wirtschaftsprüfer öfter präsent ist und eine prüferische Durchsicht ("Review") zum 31.12. durchführt, was sonst nicht verpflichtend ist. Darüber hinaus müssen Finanzpläne auf Monatsbasis erstellt werden, was jedoch bei einer Controllingabteilung wie jener der Austria, kein Problem darstellt.
Die Austria ist gut geführt, davon bin ich auch überzeugt. Ich glaube da haben wir allen anderen österreichischen Vereinen etwas voraus. In den nächsten Jahren werden die besten Talente in Favoriten ausgebildet. Das ist eine beachtliche Leistung und die wirtschaftilche Kompetenz von unserem Vorstand wage ich nicht zu bezweifeln.