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Interview mit Karl Daxbacher, Teil I: "Leistung und Entwicklung unserer Mannschaft stimmen"
Genau drei Viertel der Meisterschaft sind gespielt, Zeit für Trainer Karl Daxbacher eine erste kleine Bilanz zu ziehen, die Rolle seiner Youngsters und Routiniers näher zu beleuchten und über Ergebnisfußball und Taktik zu philosophieren.
Herr Daxbacher, 27 Runden der Meisterschaft sind gespielt, wie sieht Ihre erste Bilanz aus?
Wenn man die Voraussetzungen betrachtet, unter denen wir in diese Saison gestartet sind, haben wir eine sehr respektable Performance abgeliefert. Der befürchtete Absturz nach der Loslösung von Hauptsponsor Magna und dem gewaltigen Umbau in der Mannschaft ist nicht eingetreten. Die Austria hat sich in der bisherigen Meisterschaft einmal mehr im Spitzenfeld etabliert - das war angesichts der Umstände nicht selbstverständlich. Wir stehen ähnlich gut da wie im vergangenen Jahr und haben noch dazu die große Chance den Cup-Titel zu holen.
Gerade in dieser Saison haben wieder einige junge Spieler bei der Austria einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht.
Diese sehr erfreuliche Tatsache ist ein ganz wichtiger Grund mehr, warum ich eine positive Zwischenbilanz ziehe. Ich hätte mir zu Saisonbeginn nicht gedacht, dass gleich eine Reihe von Youngsters wirklich tragende Rollen in unserem Spiel einnehmen werden. Bestes Beispiel dafür ist Aleksandar Dragovic, der als 18-Jähriger auch in wirklich schwierigen Partien wie im Derby seinen Mann steht. Ähnliches gilt für Markus Suttner, der auf der linken Abwehrseite den Durchbruch schaffte. Gerade als Junger bekommt man am Anfang schwer eine Chance um sich zu beweisen, aber beide konnten ihre gut nützen. Auch Rubin Okotie oder ein Emin Sulimani haben sich bisher in dieser Saison gut weiterentwickelt. Angesichts der hohen Erwartungshaltung bei der Wiener Austria sind diese Beispiele noch höher einzuschätzen. Die Austria hatte immer einen exzellenten Nachwuchs und diese Tradition setzt sich fort.
Eine fast noch wichtigere Rolle spielten in dieser Saison aber auch die guten Leistungen der violetten Routiniers.
Ich habe schon beim LASK im gleichen Maße auf Routiniers gesetzt und eine ähnliche Linie fahre ich auch bei der Austria. Die Achse Bak-Blanchard-Acimovic-Bazina war entscheidend für unsere Erfolge. Vor allem, weil diese Spieler voll mitgezogen haben, konnten wir viele entscheidende Punkte einfahren und uns im vorderen Drittel behaupten. Sie sind schwer zu ersetzen und heben die Qualität im Team enorm.
Dennoch wurde der Austria in dieser Saison einige Male vorgeworfen, zu sehr auf Ergebnisfußball und zu wenig auf die Attraktivität im Spiel zu setzen.
Der Erfolg muss bei jedem Verein die oberste Prämisse sein, auch wenn er auf Kosten der Attraktivität geht. Als Trainer wird man nur an dem Erreichten gemessen. Natürlich hätte ich auch lieber, dass wir in jedem Spiel ein Offensivfeuerwerk abbrennen, aber das ist nicht immer möglich. Es ist meine Aufgabe, die Möglichkeiten des Kaders richtig einzuschätzen und das Maximum herauszuholen. Bei der Austria ist das auch ein wenig der Fluch der Geschichte, weil man seit jeher als technisch und spielerisch starkes Team galt. In Wahrheit wird die taktische Aufstellungen durch das vorhandene Spielermaterial und bestimmte Typen vorgegeben. Eine Steuerung ist hier nur über eine entsprechende Transferpolitik möglich.
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Interview mit Karl Daxbacher, Teil II: "Kein großer Schnitt im Sommer"
Im zweiten Teil des Interviews spricht Karl Daxbacher über die Erwartungen an Neuverpflichtung Zlatko Junuzovic, weitere Schritte am Transfermarkt, seinen ersten möglichen Titel in Violett und wagt einen Ausblick auf das letzte, schwere Viertel der noch anstehenden Meisterschaft.
Welche Schritte sind von der Wiener Austria im Sommer am Transfermarkt zu erwarten?
Ich mache mir permanent Gedanken, wie wir die Mannschaft unter den gegebenen wirtschaftlichen Voraussetzungen sinnvoll verstärken können. Im Hintergrund wird bereits mit Hochdruck gearbeitet. Die Verpflichtungen, die finanziell vertretbar und sportlich sinnvoll sind, werden wir tätigen. Den großen Schnitt wie im vergangenen Jahr wird es definitiv nicht geben. Dort, wo es nötig ist, werden wir uns gezielt verstärken.
Die Zeit der großen Aderlässe scheint also vorbei zu sein?
Mein Ziel ist, dass das Team mit seinem Stamm zusammen bleibt. Kontinuität macht sich immer bezahlt. Jede Mannschaft, die über einen längeren Zeitraum ohne große Veränderungen arbeiten kann, entwickelt sich weiter und ist mit Sicherheit erfolgreicher. Dieses Rezept gilt nicht nur für einen Fußballverein. Eingespielte Teams arbeiten auch in allen anderen Berufen deutlich effizienter.
Ein Zeichen in diese Richtung war die Verpflichtung von Zlatko Junuzovic, der gleich einen Dreijahresvertrag unterschrieb. Was halten Sie von ihm?
Wenn man die Möglichkeit hat, einen der ganz wenigen jungen talentierten Kreativspieler zu verpflichten, der noch dazu Österreicher ist, heißt es zugreifen. Ich bin sehr froh, dass dieser Transfer geklappt hat. Mit ihm werden wir in der kommenden Saison noch deutlich schwerer auszurechnen sein. Ich erwarte mir, dass er viel Dynamik in unser Offensivspiel einbringt. Zeigt er ähnliche Leistungen wir derzeit in Kärnten, werden die Austria-Fans sehr viel Freude mit ihm haben
Die Austria steht ebenso wie die violetten Amateure im Cup-Semifinale und hat damit alle Chancen, den vierten Pokaltitel in Serie einzufahren. Für Sie wäre es der erste und noch dazu mit der Wiener Austria.
Wir haben noch lange nicht gewonnen, aber der Gedanke ist natürlich ein überaus reizvoller und emotionaler. Mit den Amateuren habe ich in der Ostliga die Meisterschaft geholt, mit dem LASK in der Red-Zac-Liga. Mein erster Titel auf höchstem Niveau und noch dazu mit meiner Austria hätte für mich einen sehr großen Stellenwert. Generell ist aber jeder Titel, egal auf welchem Niveau, ein Zeugnis für gute Arbeit. Der einzige Unterschied ist, dass man mit anderen Problemen zu kämpfen hat und es unterschiedliche Voraussetzungen gibt. Wir wollen den Cup unbedingt holen, aber dafür gilt es zunächst einmal Wiener Neustadt zu schlagen und das wird schwer genug.
So wie auch das Schlussprogramm im letzten Viertel der Meisterschaft...
Die letzten neun Spiele werden uns alles abverlangen. Gegen die wirklich starken Teams spielen wir noch auswärts. Salzburg, Rapid, Sturm und ein nach dem Trainerwechsel hochmotivierter LASK sind alles andere als leichte Aufgaben. Wir wollen unbedingt in den Europacup und dürfen uns keinenfalls alleine auf den Cup verlassen. Die Mannschaft muss jetzt das ins Trockene bringen, was sie sich in einer bisher guten Saison erarbeitet hat!“
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