Großalarm vor dem Derby
Bei dem Duell Austria gegen Rapid am Sonntag steht der größte einschlägige Polizeieinsatz aller Zeiten bevor.
Beim jüngsten Derby am 11. November kam es zu vereinzelten Attacken auf Polizisten DruckenSendenLeserbrief
Nach den Krawallen beim Derby am 11. November schaltet die Polizei auf hart. Beim Aufeinandertreffen von Austria und Rapid am Sonntag wird die Exekutive ihr Kontingent im Gegensatz zum letzten Mal etwa verdoppeln. Bis zu 1200 Uniformierte sollen für Ruhe, Ordnung und Sicherheit sorgen – der größte Einsatz bei einem heimischen Bundesligaspiel.
Innerhalb der Polizei übte man sich zuletzt in gegenseitigen Schuldzuweisungen, wer die Randale – abgesehen von den Rowdys selbst – zu verantworten hat. Faktum ist, dass der Polizeieinsatz zeitgleich mit dem Treffen des harten Kerns des grün-weißen Anhangs am Reumannplatz entglitten ist. Dort berichteten Passanten von Furcht einflößenden Szenen. „Da geht’s ja zu wie im Krieg“, meinte eine verschreckte ältere Frau. Selbst einschlägig erprobte Polizisten sagten, sie hätten die Situation als „sehr bedrohlich“ empfunden, die aggressive Stimmung habe an die heftigen Opernball-Krawalle in den 90er-Jahren erinnert.
Wüste Szenen führten zu neun Verletzten
Gewaltbereite Fans beider Teams.Mehrfach und endlos standen die Beamten im Hagel von Leuchtraketen, gewaltigen Knallkörpern und bengalischen Feuern. Die Süd-Ost-Tangente musste aus Sicherheitsgründen kurzfristig gesperrt werden. Vereinzelt griffen Vermummte die Einsatzkräfte an, die sich zurückziehen mussten. Letztendlich zählte man neun Verletzte.
Am Sonntag werden 350 Polizisten der Einsatzeinheiten (EE) aus den Bundesländern nach Wien geholt. In Summe werden 1000 bis 1200 Beamte im Derby-Einsatz sein. Hätte man das Spiel sicherheitstechnisch lieber in den Prater verlegt, so findet das Match nun doch wieder am Horr-Platz statt. Im Einvernehmen mit den Funktionären beider Vereine hofft die Polizei, die Störenfriede in den Griff zu bekommen. Der zuletzt verhängnisvolle grün-weiße Marsch vom Reumannplatz zum Stadion beim Verteilerkreis soll – wenn überhaupt – gesittet ablaufen.
„Es geht darum, die 100 bis 150 Rädelsführer zu isolieren, damit Mitläufer erst gar nicht animiert werden. Die 12.500 zu 99,9 Prozent normalen Zuschauer sollen das Spiel genießen können“, so Landespolizeikommandant Generalmajor Karl Mahrer zum KURIER.