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Brigitte Jank ist es aufgrund ihrer beruflichen Karriere gewohnt sich in einer Männderdomäne wie Fußball behaupten zu müssen. Seit Juni 2008 ist sie Vizepräsidentin beim FK Austria Wien. Wie sie mit dieser Rolle umgeht und welche Worte sie an die Mannschaft beim ersten Treffen gerichtet hat, hat sie www.fk-austria.at erzählt.
Zunächst nachträglich herzliche Gratulation zu Ihrer Wahl zur Vizepräsidentin des. Sie sind ja auch Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Sehen Sie Überschneidungen von Wirtschaft und Fußball?
"Wirtschaft und Fußball gehören natürlich eng zusammen. Einerseits ist Fußball ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, andererseits lernt man als Fußballer, wie wichtig ein gutes, eingespieltes Team ist, um gemeinsam ein tolles Ergebnis zu erzielen. Das gilt im Sport ebenso wie im Wirtschaftsleben."
Die Wiener Austria definiert sich selbst als Fußballklub der besonders familienfreundlich ist. Ist das für Sie wichtig?
"Die Familie ist mir prinzipiell sehr wichtig. Besonders toll ist es, wenn sich ein Fußballklub dieses Motto selbst auf die Fahnen heftet und vorlebt. Denn allzu oft ist Sport eher trennend als verbindend. Sport sollte Familien nie auseinander dividieren. Wenn zum Beispiel ein Teil der Familie am Sportplatz ist, während der Rest zu Hause sitzt. Das gemeinsame Erlebnis, aber auch das gemeinsame Sportbetreiben ist wichtig – nicht nur für Burschen. Besonders freue ich mich daher, dass Fußball immer öfter auch von Frauen und Mädchen aktiv betrieben wird."
Sie sind ja nicht nur in der Wirtschaft in einer Männerdomäne erfolgreich, sondern nun auch im Fußball, ist das eine Herausforderung?
"Nein, es ist keine Herausforderung, sondern eine besondere Freude. Ich komme ja aus der Immobilien- und Baubranche, die stets männerdominiert war. Daher ist das für mich nichts Außergewöhnliches. Ich finde es aber sehr positiv, dass eine männerbestimmte Organisation, wie es Fußballklubs in ihren Strukturen traditionell sind, sich öffnet und ein Zeichen in Richtung Frauen setzt."
Sie haben beruflich auch mit dem Wiener Bürgermeister zu tun. Er ist bekanntlich ein glühender Austrianer. Dient diese Tatsache der Zusammenarbeit mit ihm auf politischer Ebene?
"Unsere Zusammenarbeit war immer hervorragend, auch wenn natürlich alles noch weiter vertieft werden kann. Aber Wirtschaft und Stadt Wien arbeiten seit jeher eng zusammenarbeiten und tun das auch höchst erfolgreich. Dass sich das auf einer sportlichen Ebene fortsetzt, ist ein zusätzlicher Bonus."
Was bedeutet für Sie die Austria, trugen sie schon immer Violett im Herzen?
"Ich bin im 17. Bezirk aufgewachsen und mein erster Kontakt zum Fußball war daher über den Sportklub. Mein Vater und mein Bruder waren Sportklubanhänger. Später habe ich zwar Ländermatches und großen Fußballbegegnungen interessiert verfolgt, aber sonst wenig Zeit für Fußball gefunden. Mit den Vorbereitungen für die EURO 2008 im Rahmen der Wiener Wirtschaft kam aber auch wieder das Interesse. Seit etwa eineinhalb Jahren beschäftige ich mich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Fußball und das hat mir vor Augen geführt, wie wichtig dieser Sport für die Gesellschaft ist. Und alles was für die Gesellschaft wichtig ist, ist letztlich auch für die Wirtschaft wichtig. Ich hab mich daher sehr darüber gefreut, als ich von der Austria gefragt wurde, ob ich Vizepräsidentin werden möchte. Ich war zwar früher keine besonders begeistere Fußballanhängerin, jetzt bin ich es aber und es ist schön die Emotionen im Stadion mit zu erleben und mit zu fühlen."
Wie haben Sie die EURO 2008 verfolgt und wie darf man sich dabei Präsidentin Jank vorstellen?
"Ich habe die Europameisterschaft im Stadion, zu Hause und in der Fanmeile verfolgt. Das Schöne am Fußball ist, dass man sich gemeinsam mit Gleichgesinnten mit der Mannschaft identifizieren, freuen und mitfiebern kann. Das schönste Fußballerlebnis ist
sicherlich das im Stadion. Obwohl man im Fernsehen manches besser sieht, ist das nichts gegen das Live-Erlebnis vor Ort."
Violett ist ja nicht nur im Fußball die Trendfarbe, haben sie bereits violette Fan-Artikel in ihre Garderobe aufgenommen?
"Ehrlich gesagt: wenig (lacht). Ich glaube aber, dass die Farbe alleine nicht das Wichtigste für einen Fan ist. In nächster Zeit wird sich da in meinem Kasten aber bestimmt einiges tun. Obwohl modisch betrachtet die Farbe nicht so leicht zu kombinieren ist. Aber ich lasse mich überraschen was in den nächsten Jahren in meinem Garderobeschrank passieren wird."
Was wünschen sie der Austria für die Zukunft?
"Viel sportlichen Erfolg. Es ist nun eine junge Mannschaft da, die gezeigt hat, dass sie gut unterwegs ist. Ich habe bei dem ersten Zusammentreffen mit ihr gesagt, dass es neben dem technischen Können um das richtige Einsetzen der Psyche geht. Mit dem Glauben an eine Sache kann man viel bewegen und schaffen. Ich wünsche daher der Mannschaft sehr viel Kraft und den Glauben an sich selbst."
Infos zu Brigitte Jank
DATEN/FAKTENBERUF: Immobilienfachfrau
GEBOREN IN: Wien
FAMILIENSTAND: verheiratet, 1 Tochter
BUCHTIPP: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten (Robert M. Pirsig)
EIN FILM ZUM ZWEITEN MAL GESEHEN: Casablanca
ROTE KARTE BEKOMMT VON MIR: unsportliches, unfairesVerhalten – sowohl auf alsauch abseits des Spielfeldes
LUXUS IST: meine freie Zeit mit meiner Familie zu verbringen
fk-austria
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Ich glaube aber, dass die Farbe alleine nicht das Wichtigste für einen Fan ist.

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