Sie sind nicht angemeldet.

Fuzzy

Frechster Bub der Welt

  • »Fuzzy« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 6 288

Wohnort: 1110

Danksagungen: 2047

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 9. September 2008, 08:21

Ivan, der Schreckliche und sein genialer Adjutant

Zitat

Ivan, der Schreckliche und sein genialer Adjutant

Ex-Stürmer Valdas Ivanauskaus trainiert derzeit ein Team in seiner HeimatWien – Während Transfers in der heutigen Zeit zumeist relativ rasch über die Bühne gehen, war das im November 1990 noch ganz anders.

Vor allem dann, wenn ein Wiener Verein zwei Spieler aus Litauen, das gerade unter den Wirren der eben erst erlangenen Unabhängigkeit litt, holen wollte.

Doch der damalige Austria-Präsident Joschi Walter war ein geschäftiger Mann und keiner, der einfach locker ließ.

Entgegen vieler Bestimmungen

Zur dazumals herrschenden politischen Situation im Baltenstaat kam erschwerend hinzu, dass UdSSR-Kicker für gewöhnlich erst im Alter von 28 Jahren in den kapitalistischen Westen übersiedeln durften.

Arminas Narbekovas und Valdas Ivanauskas waren aber beide noch jünger. Also dauerte es fünf Monate lang, bis der Deal mit ihrem damaligen Verein Zalgiris Wilna endlich unter Dach und Fach war.

"Haben günstig eingekauft"

Von Zalgiris nach Wien zu wechseln war ja eigentlich überhaupt nicht möglich. Litauen war noch gar kein UEFA-Mitglied. Also wurde der Transfer offiziell über Lok Moskau abgewickelt.

Dafür flossen einige Millionen Schilling in die russische Hauptstadt. Allzu viele dürften es jedoch nicht gewesen sein, was Joschi Walter zumindest mit den Worten „Wir haben günstig eingekauft“ vermitteln wollte.

Erster Kontakt im UEFA-Cup

Aufgefallen waren den Veilchen die beiden in der Saison 1988/89. Damals war es Zalgiris als erstem litauischen Verein gelungen in der Sowjet-Liga so gut zu rangieren, dass die Belohnung ein UEFA-Cup-Platz war.

Nach der ersten Runde war aber auch schon wieder Schluss mit dem Abenteuer – eben gegen die Austria. Während in Litauen noch mit 0:2 verloren wurde, drehten die Wiener, allen voran Hannes Pleva per Doppelpack, das Duell mit einem 5:2-Erfolg noch um.

Zwei Tore, jeweils eines in Wien und eines in Wilna, erzielte damals ein gewisser Robertas Fridrikas. Er sollte aber erst zur Saison 1991/92 seinen Weg an den Verteilerkreis finden.

Kampfgeist und technisch feine Klinge

Zu diesem Zeitpunkt sorgten seine Landsmänner schon für Furore. Zehn Tore besorgten die beiden Offensivkräfte in der Liga, die die Austria als Meister beendete.

Ivanauskas beeindruckte mit seiner bulligen Art sowie seinem Kampfgeist, Narbekovas erntete, durch seine technisch feine Klinge und die Fähigkeit den tödlichen Pass zu spielen, Lorbeeren.

Während Ivanauskas als eher unbeschriebenes Blatt zum Legionär wurde, waren die Qualitäten Narbekovas' Insidern schon bekannt - immerhin holte er 1988 in Seoul mit der Sowjet-Auswahl die Olympische Goldmedaille.

"Blöde Sau" oder "Nieko sau"?

Im zweiten Jahr in der Alpenrepublik lief es für die Litauer dann noch besser. Einzig der September wird „Ivan dem Schrecklichen“ in unschöner Erinnerung bleiben.

Im Spiel gegen St. Pölten musste der Angreifer wegen Beleidigung des Linienrichters – der damals noch nicht Schiedsrichter-Assistent hieß – vom Feld geschickt.

Doch das Verfahren wurde eingestellt. „Blöde Sau“ wollte der Herr an der Linie gehört haben. „Nieko sau“ wollte der Ausgeschlossene gesagt haben – was in dessen Sprache soviel bedeutet wie „Was ist los?“.

Narbekovas und das Verletzungspech

Im Juli 1993, nachdem die Wiener in seiner Ära drei Mal in Folge den Meistertitel und zwei Cupsiege geholt hatten, ging Ivanauskas wieder. Der Hamburger SV ließ für den Angreifer 9,1 Millionen Schilling springen.

Und auch Narbekovas wäre fast weg gewesen. Doch ausgerechnet als im August 1992 Scouts aus Deutschland kamen um ihn beim Kicken zu sehen, lag Litauens herausragendster Fußballer der letzten 50 Jahre mit einem Gips im Bett.

Als blieb er in Österreich, wo er ab 1996 für die Admira und danach, immer wieder von Verletzungen geplagt, für eine Reihe von unterklassigen Vereinen spielte.

Handballerin, Schottland und Präsidentenamt

Nicht anders hat es Fridrikas, der fußballerisch der schwächste der drei Balten war, gemacht. Er heiratete zudem die hervorragende Handballerin Ausra und wurde in Österreich heimisch.

Ivanauskas musste 2007 seinen Sessel als Trainer der Hearts of Midlothian ebenso räumen wie Ende 2007 jenen bei Carl Zeiss Jena. Aktuell coacht der Ex-Stürmer den FK Banga aus Litauens höchster Spielklasse. Narbekovas ist Präsident von Zalgiris Wilna.

Und erzählt den jungen Talenten dort wohl heute noch, wie schwierig es im Jahr 1990 war, nach Österreich zu wechseln...





Harald Prantl




Quelle: LAOLA1.at
Man wird Sir Parits mal ein Denkmal bauen und womit? Mit Recht!.
Im Gegensatz zu Liebe kann man Respekt nicht kaufen! Zitat: Homer J. Simpson!

derstandard.at: Rapid bemühte sich, entwickelte aber die Gefährlichkeit eines taubblinden Goldhamsters mit Hüftprothesen.

Stefan117

***+OST+***

Beiträge: 217

Danksagungen: 44

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 9. September 2008, 08:29

sehr schöne geschichte

danke dafür und weiter so

Beiträge: 3 734

Wohnort: Transdanubien

Beruf: behördlich anerkannter Idiot

Danksagungen: 1683

  • Nachricht senden

3

Mittwoch, 10. September 2008, 02:55

:thumbsup: Ivanauskas! - Narbekovas! - Zick-Zack-Zsak! :thumbsup:
Mit violetten Grüßen
Schwejk Josef

DLuki

Fanatics2001

Beiträge: 398

Danksagungen: 12

  • Nachricht senden

4

Mittwoch, 10. September 2008, 08:45

hast da nicht in Fridrikas vergessen?
Der hatte doch einen etwas kürzeren Haxn oder? darum waren seine schüsse auch ziemlich scharf.

oder verwechsel ich da was?
And thats the Bottom Line cause Stone Cold said so

waff

Fortgeschrittener

Beiträge: 303

Wohnort: Ziersdorf/Wien21

  • Nachricht senden

5

Mittwoch, 10. September 2008, 11:56

Narbekovas spielt jetzt beim SV Grossweikersdorf, aber bei der 0-3 Niederlage im Derby gegen meinen SV-Ziersdorf war er nicht dabei

Social Bookmarks

Thema bewerten