Zitat
Bei der Austria steckt nach der 0:1-Uefacup-Niederlage im fernen Kasachstan endgültig der Wurm drin. Nach drei sieglosen Pflichtspielen, hat sich ein gordischer Knoten gebildet, der rasch gelöst werden muss.
Vor vier Jahren schickte Ex-Austria-Coach Georg Zellhofer mit Pasching FAK-Gegner Tobol Kostanai mit dem Gesamtscore von 4:0 nach Hause. Ohne respektlos zu sein: Im Heimspiel muss die Austria drüberfahren.
Daxbacher: "Es fehlt an Klasse"
Hieß es bislang immer "wir haben Qualität im Kader", schwenkte Trainer Daxbacher noch in Kostanai auf "es fehlt auch an Klasse" um. Der Stachel sitzt tief. Vor allem bei den Klubverantwortlichen, die vor der Saison eine schon lange nicht mehr gekannte Euphorie angefacht hatten. Hat sich die Austria von der guten Vorbereitung und der Aufbruchstimmung blenden lassen? Sportlich hat Daxbacher schon immer warnend den Finger erhoben. „Wenn sich Leitwölfe wie Blanchard verletzen, bekommen wir Probleme“, gesteht er auch jetzt.
Am Sonntag kehrt der Niederösterreicher gegen Ex-Klub LASK nach Linz zurück. Bei einer Niederlage gegen den aktuellen Tabellenführer ist endgültig Feuer am Dach. Der Euphorie ist ohnehin schon nach den ersten beiden Liga-Remis Ernüchterung gewichen. Braucht die Mannschaft nach dem platzen der Seifenblase einen Psychocoach? Oder reicht das erste Erfolgserlebnis? Die Räder im Offensivspiel wollen in jedem Fall nicht greifen. Die neuen Spieler sind weiter nicht perfekt integriert.
Es geht um die Außendarstellung
Zudem hat die Mannschaft wieder nicht ans Image gedacht. Österreich steht nach der EURO 08 international stärker im Rampenlicht. Das 0:1 ist zwar kein Beinbruch - denn Nichtskönner sind die Kasachen längst keine mehr - doch es zählt die Außendarstellung. Die Spieler sind zwar zurecht unzufrieden und selbstkritisch. Will man in die Gruppenphase des Uefacups, darf gegen einen Klub aus Kasachstan trotzdem nicht verloren werden.
Für AG-Vorstand Markus Kraetschmer muss der Ausflug wie ein Deja-vu-Erlebnis gewesen sein. Er schämte sich in Kasachstan für die Leistung. Im Spätherbst 2007 war es nach den Niederlagen gegen Helsingborg und Panionios Athen in der Uefacup-Gruppenphase nicht anders gewesen. Wie soll man so ein Match den Sponsoren verkaufen? Gut, dass die AG bereits startete.
Spieglein, Spieglein an der Wand…
Doch eine weitere Rückblende kann den Violetten Hoffnung machen. Schauplatz Horr-Stadion im Sommer 2007: Trainer Zellhofer wehrt sich gegen Vorverurteilungen in Bezug auf den misslungenen Saisonstart. Es ist beinahe ein spiegelgleiches Bild. Erst nach vier Remis (Sturm, LASK, Red Bull, Rapid), zwei Siegen (Ried sowie ein 6:1 gegen Wacker Innsbruck) und einem 4:3-Kampfheimsieg zum UC-Auftakt in der zweiten Qualirunde gegen Jablonec lief das violette Werkl ab Mitte August.
Unterm Strich schrieb ich es schon in meinem letzten Kommentar: Es ist wie beim Klimawandel: Der Umschwung von Auf- zu Gegenwind kann sehr rasch erfolgen.
Zum nachlesen: Get Violett dank Katzian und AG
Aus Sicht der Wiener Austria habe ich leider recht behalten. Noch kann die Mannschaft die Kurve kratzen. Doch es ist Gefahr im Verzug. Sportchef Parits wird nicht ewig auf den ersten Sieg warten.
Braucht die Mannschaft nach dem platzen der Seifenblase einen Psychocoach? Oder reicht das erste Erfolgserlebnis?
denn Nichtskönner sind die Kasachen längst keine mehr
Will man in die Gruppenphase des Uefacups, darf gegen einen Klub aus Kasachstan trotzdem nicht verloren werden.
Forensoftware: Burning Board® 3.1.5, entwickelt von WoltLab® GmbH