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Ich wäre gerne bei Austria geblieben, aber..."
Johnny Ertl verlässt die Weiner Austria mit einem weinenden AugeWien - „Sad but true“! Der Metallica-Hit spiegelt die Gefühlswelt von Johnny Ertl wieder. Austrias Stimmungskanone verlässt den Klub – und das obwohl er gerne geblieben wäre.
"Viele Leute fragen mich, warum ich die Veilchen verlasse. Und ich antwortet dann: ich hätte ja meinen Vertrag gerne verlängert, aber...“, erzählt der 25-Jährige.
Warum der Steirer – so wie bereits fünf andere Spieler auch – den Violetten den Rücken kehrt und wie es bei ihm weitergeht, verrät er im LAOLA1-Interview:
LAOLA1: Johnny, du wirst die Austria verlassen. Warum ist es zu keiner Vertragsverlängerung gekommen?
Johnny Ertl: Vorweg: Bei meiner Wohnung hängt ein riesiger Zettel mit den Worten: „Danke Johnny“. Viele Leute bedauern meinen Abgang. Es ist wirklich schade, denn ich wäre gerne geblieben, aber die Dinge haben sich in letzter Zeit einfach in die falsche Richtung entwickelt und deswegen ziehe ich die Konsequenzen und verlasse die Austria.
LAOLA1: Was ist vorgefallen? Plant der neue Trainer nicht mit dir?
Ertl: Ich habe vor ungefähr 30 Tagen ein Angebot bekommen meinen Vertrag zu verlängern. Auf Grund der Trainersuche wurden die Gespräche jedoch auf Eis gelegt. Und nun? Jetzt verlasse ich den Klub mit einem Abschiedsgeschenk – ein Wahnsinn! Das kann es eigentlich nicht sein. Es sind Sachen passiert, die ich nicht verstanden habe.
LAOLA1: Sprichst du da ein wenig die Demontage durch Trainer Didi Constantini an. Du hattest unter ihm so gut wie keine Einsatzminuten?
Ertl: Es war nicht in Ordnung wie man mit mir umgegangen ist. Ich habe zu Beginn der Frühjahrs-Saison eigentlich immer gespielt. Dann plötzlich nicht mehr. Eine Begründung hat es nie gegeben. Im Gegenteil: Es haben teilweise Leute auf meiner Position gespielt, die dort vielleicht vorher einmal zum Zug gekommen sind. Da war ich schon sehr enttäuscht und habe gemerkt, dass sich irgendwie alles falsch entwickelt.
LAOLA1: Was nimmst du aus deiner Zeit in Favoriten mit?
Ertl: Mein Engagement bei den Veilchen möchte ich auf keinen Fall missen. Es war toll. Ich bin Cupsieger geworden und habe zwei Jahre in Folge UEFA-Cup-Gruppenphase gespielt. Leider ist es uns nicht gelungen den Titel zu holen. Schade, denn ich wäre gerne Meister geworden und die Chance war heuer auch wirklich riesengroß. Bedauerlicherweise ist es in der entscheidenden Phase nicht nach Wunsch gelaufen. Dazu die andauernden Unruhen im Verein. Wenn man in den Medien „Teufelskreis Verteilerkreis“, oder „wer bleibt, wer geht“ liest, geht das nicht spurlos an der Mannschaft vorüber. Es war definitiv nicht förderlich – vor allem, wenn man um den Titel spielt. Der dritte Platz ist wenigstens ein schwacher Trost.
LAOLA1: Wie glaubst du geht es mit dem Klub in Zukunft weiter?
Ertl: Es ist meiner Meinung ein Fehler, dass jetzt wieder ein Umbruch im Kader vorgenommen wird. Sechs Spieler sind schon fix weg und wer weiß, was noch passiert. Die ständige Fluktuation macht mich traurig. Die ständige Ungewissheit über die Zukunft nagt. Ich finde es sehr schade, denn Austria ist ein guter Verein.
LAOLA1: Und wie geht es bei dir weiter. Wirst du in Österreich bleiben, oder den Sprung ins Ausland wagen?
Ertl: Ich bin ablösefrei und mit 25 im besten Fußball-Alter. Mein großes Ziel ist das Ausland. Es gibt aber auch im Inland interessante Perspektiven. Von der Persönlichkeits-Erfahrung wäre natürlich ein Engagement bei einem ausländischen Klub der nächste logische Schritt.
LAOLA1: Gibt es schon konkrete Angebote? Angeblich will dich Sturm heim holen.
Ertl: Das kann ich so nicht sagen. In den nächsten zwei Wochen werde ich mir alle Möglichkeiten anschauen und entscheiden, wie es weiter geht. Sturm ist ein super Verein. Auch dort hatte ich eine wunderschöne Zeit. Das Ausland würde mich aber mehr reizen. Aber wie gesagt, es ist alles offen.
LAOLA1: Du scheinst nicht im ÖFB-Großkader für die EURO auf. Was waren deine ersten Gedanken, als du erfahren hast, dass du nicht dabei bist?
Ertl: Bitter! Ich bin 5 vor 12 aus dem Kader gerutscht. Gegen Deutschland und Holland war ich noch dabei. Da habe ich mir schon Hoffnungen auf die Endrunde gemacht – vor allem, weil ich ja bis dahin eine gute Saison gespielt habe. Leider bin ich dann in der Meisterschaft nicht mehr zum Zug gekommen. Dadurch ist es sich eben nicht ausgegangen. So hat mir Teamchef Hickersberger meine Nicht-Nominierung erklärt.
LAOLA1: Zählt man eins und eins zusammen, hat dir also Didi Constantini dein EURO-Ticket gekostet, oder?
Ertl: Ich möchte jetzt nicht unnötig Öl ins Feuer gießen und mich mit Stil von der Austria verabschieden. Wie gesagt, es war ein tolle Zeit und ich wäre gerne geblieben!
Das Gespräch führte Martin Wechtl
Quelle: LAOLA1.at
Wird Johannes Ertl kommende Saison auf der Insel spielen? Wie der "Kurier" berichtet, absolviert der Steirer bei Crystal Palace ein Probetraining. Die "Eagles" rechnen sich sogar noch Chancen auf einen Aufstieg in die Premier League aus.
Echt schade um Johnny, menschlich top und auch sportlich hätte er uns weiterhin helfen können. Wird leider nichts mit meiner Wunschverteidigung für nächstes Jahr: Ertl - Madl - Schiemer - GercaliuHab heute eine SMS von Johnny bekommen, er will sich gern bei allen für die tolle Zeit bei uns bedanken.
Ausserdem soll ich alle grüßen lassen!
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