Bericht aus den Salzburger Nachrichten über Martin Schlaff:
Martin Schlaffs Imperium
23. September 2006
Der Großinvestor und Osthändler Martin Schlaff scheut die Öffentlichkeit. Doch spektakuläre Deals und Verbindungen bringen ihn oftmals in die Schlagzeilen.
Veronika GasserOrt (SN). Der Osthändler und Großinvestor Martin Schlaff gilt als einer der reichsten Männer Österreichs. Sein Vermögen wird auf mehr als 800 Mill. Euro geschätzt. Wie er zu seinem Reichtum gekommen ist, liegt zum Großteil im Verborgenen. Denn Schlaff liebt das Rampenlicht der Öffentlichkeit nicht. Trotz allem gelingt es ihm nicht aus den Schlagzeilen zu bleiben. Denn seine Aktivitäten aber auch geschäftliche wie private Kontakte sorgen für Aufregung und Aufsehen.
So geben die engen Bande des größten Bawag-Kunden zum inhaftierten Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner Anlass für Spekulationen. Abgesehen davon, dass Schlaffs Bruder Vorstand in Elsners Privatstiftung Birdie war, zeigten die Bawag-Prüfberichte, dass Geschäfte über die Firmenhüllen Tagmix Holding und Galorie Establishment abgewickelt wurden, die Schlaff der Bawag gegen ein Entgelt von einer Million Euro zur Verfügung gestellt hatte.
Bekannt ist ferner, dass der schillernde Geschäftsmann schon zu Zeiten des Kalten Kriegs einträgliche Deals mit der DDR über seine Robert Placzek Holding abwickelte. Doch mittlerweile hat sich das Schlaff-Imperium (MS-Privatstiftung, M-Tel-Holding, usw.) stark vergrößert. Interessant ist, dass trotz extrem lukrativer Schlaff-Geschäfte die Placzek Holding, die vorwiegend auf Holz, Zellulose, Papier und Immobilien spezialisiert ist, mit ihren 37 Mitarbeitern in der Bilanz 2004 einen Jahresverlust von 432.821 Euro und einen Bilanzverlust von 4,057 Mill. Euro ausweist. Der Verlustvortrag aus 2003 machte 3,62 Mill. Euro aus. Wodurch dieser Fehlbetrag zu Stande kam, wollte Schlaff-Sprecher Michael Fink nicht sagen. Als Privatunternehmen sei man zu keinerlei Auskunft verpflichtet, so sein Kommentar.
Neben der Finanzierung der Übernahme der bulgarischen MobilTel durch die Bawag, die für Schlaff zum einträglichen Geschäft wurde, war das gemeinsame Projekt des Oasis Casinos Jericho keine Erfolgsstory - zumindest für die Bawag. Die Beteiligung, die von 5 auf 120 Mill. Euro aufgewertet wurde, ist mittlerweile wertlos.
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