Die Ausstellung: http://www.wien.gv.at/vtx/rk?SEITE=020080904005
Zitat
Die Austria, die Juden, das Vergessen
02.09.2008 | 18:30 | OLIVER GRIMM (Die Presse)
Es hat Gründe, wieso es zwischen 1938 und 1945 keine Austria, aber einen SC Ostmark gab.
Vorige Woche wurde ich nach einem Match der Wiener Austria bespuckt und antisemitisch beschimpft – von Austria-Fans. Ich habe mir nämlich auf mein Trikot „C. Jerusalem“ drucken lassen, eine Reverenz an Camillo Jerusalem, einen der besten Stürmer, der je das violette Jersey getragen hat. Er schoss am 13. September 1936 vor 60.000 Zuschauern das Siegtor im Mitropa-Cupfinale gegen Sparta Prag. Auf dem Weg ins Finale hatte er sechsmal getroffen. Dieser Bewerb war die Champions League der 30er Jahre. Nie wieder haben die „Veilchen“ einen so bedeutsamen Titel gewonnen.
Es tut bei der unschönen Episode, aus der mich befreit zu haben ich Martin Schwarzlantner, dem Austria-Fanbetreuer, danken möchte, nichts zur Sache, dass ich ein katholisch erzogener Agnostiker bin und der Erdberger „Karli“ Jerusalem wohl nie einen Tempel von innen gesehen hat. Was mich (neben der Feststellung, dass die Antisemiten wohl nie aussterben) so betrübt, ist die Unkenntnis vieler junger Austrianer über die Geschichte ihres Vereins. Es hat bekanntlich Gründe, wieso es zwischen 1938 und 1945 keine Austria, aber einen SC Ostmark gab. Norbert Lopper, nach ‘45 Vereinssekretär und 1953 Gründer des ersten Fanklubs, dem auch Friedrich Torberg angehörte, hat mit Glück das KZ überlebt, wie er im Juni bei einer Veranstaltung des Fan-Magazins „Ballesterer“ im Wien Museum schüchtern erwähnte. Ganz zu schweigen von Emanuel Schwarz, dem größten Präsidenten, den der Verein je hatte. Seine chirurgischen Künste retteten dem jungen Matthias Sindelar die Sportlerkarriere. Auch Schwarz entkam nur mit Glück dem Holocaust, worüber man sich bis 26. September in einer Ausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv (Gasometer D, Simmering) informieren kann.
Und als echter Austrianer muss.
oliver.grimm@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2008 )

und mit dem klar über dem durchschnitt ist gemeint, dass sich unsere Fankurve über dem Schnitt an Dummheit gegenüber der Welt da draußen bewegt

jedoch steht die West bei der Austria vor allem für die Fankultur, und hierbei begeben wir uns immer mehr und mehr auf tiefstem Niveau, u.a. gab es bei einem der letzten Spiele gegenüber einem dunkelhäutigen Gegenspieler die für manch ach so witzigen Urwaldlaute (nein, und hierbei mein ich natürlich weder Rubin noch Momo)
). Die Tribüne hat sich in den letzten Jahr stark entpolitisiert und das ist auch gut so. Daran werden auch einige schwarz Schafe nichts ändern. 

und mit dem klar über dem durchschnitt ist gemeint, dass sich unsere Fankurve über dem Schnitt an Dummheit gegenüber der Welt da draußen bewegt
Ich möcht nur kurz anmerken, dass ich diese Aussage als unglaubliche Frechheit empfind!
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Geri4« (5. September 2008, 09:27)
....aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.
....aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.
.......oder garnicht Bescheid wissen wollen bzw. lieber die Identität "ihres" Vereins leugnen, weil es ihnen "peinlich" ist, das die Austria eine jüdische Vergangenheit und auch Gegenwart hat.


Er wurde nicht als Antisemit beschimpft, er wurde antisemitisch beschimpft
....aber es stimmt, es wissen viele nicht über die Vergangenheit des eigenen Clubs Bescheid.
.......oder garnicht Bescheid wissen wollen bzw. lieber die Identität "ihres" Vereins leugnen, weil es ihnen "peinlich" ist, das die Austria eine jüdische Vergangenheit und auch Gegenwart hat.
Die Idioten sterben leider nicht aus, abgesehen davon muss ich nicht die Geschichte der Austria heranziehen, um entschieden gegen Antisemitismus zu sein.
Aber eines muss ich schon sagen. Die Leugnung der jüdischen Mitprägung ist genauso falsch, wie dieses ewige Herumreiterei die Austria war der Judenverein. Crickets, etc. sind andere Wurzeln. Es war ganz normal für einen Verein des Bildungsbürgertums, dass er dementsprechend Sympathien bei den (vielmals) jüdischen Bürgertum hatte.
Forensoftware: Burning Board® 3.1.5, entwickelt von WoltLab® GmbH